Am Mittwoch sollte der rund zwei Tonnen schwere Baum aus eigener Kraft von der Prümer Straße bis zum Triangel gezogen werden. Doch der Plan ging nicht auf: Der Baum musste zunächst am Straßenrand abgestellt werden. Erst am nächsten Tag erreichte er mit Unterstützung von schwerem Gerät sein Ziel.
Dort wartete die nächste Herausforderung: Aus dem Baum sollten zwei lange Tafeln entstehen. Dafür musste der Stamm der Länge nach durchgesägt werden. Zwei Personen arbeiteten gleichzeitig mit einer Zweimann-Zugsäge – und das insgesamt 17 Stunden lang, bis der Baum vollständig durchtrennt war.
An der Arbeit beteiligten sich nicht nur die Künstlerinnen und Künstler von Timecircus, sondern auch Menschen aus St. Vith.
"Es ist schön, dass aus der Idee etwas Konkretes entstanden ist. Dass wir nun 130 Menschen an den Tisch bekommen, ist einfach magnifique", freute sich Griet Wils vom Künstlerkollektiv Timecircus.
Hugo und seine Mutter Christine nahmen als Besucher an der ungewöhnlichen Tafel Platz. Für Christine machte vor allem die besondere Atmosphäre das Erlebnis aus: "Es steckt so viel Arbeit in dem Tisch, aber auch in dem Essen. Das weiß man wirklich zu schätzen."
Die Aktion passte zum Gedanken des Internationalen TheaterFests des AGORA Theaters: Menschen zusammenbringen und gemeinsam etwas erleben. Vier Tage lang bot die 32. Ausgabe des Festivals in St. Vith ein vielfältiges Programm mit Aufführungen, Workshops und Performances.
Und auch nach dem gemeinsamen Essen ist die Geschichte des Baumes noch nicht zu Ende. Die beiden Baumhälften sollen ein zweites Leben entlang des RAVeL-Wegs in St. Vith bekommen. Wie genau sie dort eingesetzt werden, wird sich zeigen.
Dogan Malicki








