Der geplante Windpark auf Waldgelände der Gemeinde Amel im Wolfsbusch muss umgeplant werden. Grund ist das Drohnentestgebiet des belgischen Militärs.
Amels Schöffe Patrick Heyen wartete am Ende der Gemeinderatssitzung mit neuen Informationen auf: Statt der ursprünglich bis zu fünf Windräder sollen jetzt maximal vier Windkraftanlagen an dieser Stelle errichtet werden.
Sie rücken auch näher an die Autobahn heran, um ganz sicher aus dem Perimeter für die Drohnentests des Militärs zu liegen. Die Windräder werden eine Höhe von 230 bis 240 Meter haben.
Das ursprüngliche Projekt war vor fast zwei Jahren der Bevölkerung vorgestellt worden. Der Antrag auf Globalgenehmigung wird Ende Oktober/Anfang November eingereicht. Wenn alles wie vorgesehen laufe, sei Ende 2028 oder 2029 mit dem Baubeginn zu rechnen, sagte Patrick Heyen.
Anfangs war die Rede davon, den Windpark ans Stromnetz in St. Vith anzuschließen. Nun ist geplant, ihn mit dem Umspannwerk in Amel zu verbinden. Zurzeit wird geprüft, wie die Kabeltrassen verlaufen sollen. Bürgermeister Erik Wiesemes wies darauf hin, dass in der Ortschaft Amel aufgrund der vielen Verbindungen schon ein ordentlicher "Kabelsalat" herrsche.
Er erinnerte auch daran, dass auf der anderen Seite der Autobahn das Gebiet liege, auf dem das Industrie- und Gewerbegebiet Kaiserbaracke erweitert werden soll. Und so ein Industriegebiet brauche nun mal sehr viel Energie, so Erik Wiesemes.
"Das Militär macht was es will"
Die Verantwortlichen der Gemeinde Amel machten keinen Hehl daraus, dass sie von der Informationspolitik des Verteidigungsministeriums enttäuscht sind. "Das Militär macht, was es will", hieß es. Es gebe keine Rücksprache und keine Informationen etwa in Richtung der Bevölkerung, was sie von den vorgeblichen Drohnentests zu erwarten habe. "Es ist ein Trauerspiel", fasste Bürgermeister Erik Wiesemes zusammen.
Selbst die Frage von Elke Comoth, ob sich an den Plänen des Militärs noch etwas ändern könnte, wusste er nicht zu beantworten. "Es ist ein großes Fragezeichen."
Die Frage, wie es um den gemeinsamen Windpark mit der Gemeinde Büllingen zwischen Honsfeld und Hepscheid/Halenfeld stehe, beantwortete der Bürgermeister mit dem Hinweis auf die erfolgte Genehmigung. Darauf habe die Drohnentestzone des Militärs keinen Einfluss. Hier liege es "an ein paar Unterschriften" von Gegnern des Windparks.
Stephan Pesch