Das alte Pfarrhaus neben der Kirche war lange baufällig. Nach einer umfassenden Renovierung soll es in Aldringen wieder Mittelpunkt des Dorflebens werden. Dazu wurde das Gebäude komplett entkernt und umgebaut. Für die Gemeinde stand fest: Das historische Gebäude sollte erhalten bleiben. "Natürlich wäre es günstiger geworden, ein Neues zu bauen, aber dann wäre der Charme verloren gegangen", sagt Bürgermeister Alain Stellmann.
Kostenrahmen eingehalten
Das alte Pfarrhaus wurde 1750 erbaut. Mit der Kirche und dem Friedhof bildet es ein architektonisches Gesamtbild. Die Gemeinde konnte es im Rahmen eines Erbpachtvertrags vom Bistum übernehmen. Die Renovierung war aufwändig, beim Entkernen des Gebäudes traten unerwartete Schwierigkeiten auf. Die dadurch entstehenden Mehrkosten hat die Dorfgemeinschaft durch viel Eigenleistung aufgefangen.
"Es wäre zu mehr Kosten gekommen, wenn sich das Dorf nicht so eingesetzt hätte. Mit viel Eigenleistung, viel Manpower und vielen Überlegungen haben die Einwohner die Kosten wieder drücken können, sodass im Endeffekt der angesetzte Rahmen eingehalten worden ist", erklärt Stellmann.
Dorfgemeinschaft brachte eigene Ideen ein
Aldringen brauchte einen neuen Treffpunkt. "Unsere Wirtin Maria Couturier-Aachen hat Ende September ihre Tätigkeit eingestellt und dann fehlte uns der Treffpunkt. Wir sind heilfroh, dass wir einen Treffpunkt gefunden haben, wo das Dorf eine Gemeinschaft hat. Ein Dorf ohne Gemeinschaft ist ein anonymes Dorf", sagt Conny Schmitz-Hahn, Präsidentin der VoG Dorfgemeinschaft Aldringen.
Ab sofort essen hier die Kinder der nahegelegenen Dorfschule zu Mittag. Die Senioren und die Vereine wie die Landfrauen, die Mai-Band oder der Junggesellenverein können das Gebäude für ihre Aktivitäten nutzen.
Durch die Entkernung des Gebäudes blieb Platz für einen Durchgang zur Kirche und zum oberen Teil des Friedhofs. Oben öffnet sich der Durchgang zu einer kleinen Sitzecke. Hier ist eine kleine offene Bibliothek entstanden, auf Anregung der Dorfbewohner.
Die Dorfbewohner haben auch das Logo für den Neuen Treffpunkt selbst entworfen: Ein Lebensbaum soll für Zusammenhalt und Wachstum stehen.

Sechs gemeinschaftliche Arbeitsplätze im Co-Working-Space
Auf der ersten Etage ist ein Raum als Co-Working-Space eingerichtet. Er steht allen zur Verfügung, die einen Platz zum ungestörten Arbeiten suchen, und war Voraussetzung für die Co-Finanzierung durch die Wallonische Region.
"Wir müssen jetzt mal sehen, wie das anläuft. Es ist auch vorgesehen, dass zum Beispiel Studenten, die ihre Endarbeit schreiben wollen und zu Hause nicht die Ruhe finden, sich hier anmieten und ihre Arbeiten ganz in Ruhe verrichten können", erklärt Alain Stellmann.
Erste Interessenten gibt es bereits. Ob sich das Angebot langfristig bewährt, muss sich noch zeigen. Für die Dorfgemeinschaft ist aber schon jetzt klar, dass das Dorf-Haus möglichst vielen Menschen offenstehen soll.
Dorfhaus unverzichtbar für die Zukunft des Dorfes
Conny Schmitz-Hahn verbindet damit die Zukunft des Dorfes. "Meine Vision ist, Leben in dieses Haus zu bringen. Es würde mich freuen, wenn wir auch die Jugend ansprechen können, dieses Haus zu nutzen, damit sie verstehen, was für einen Vorteil man hat, wenn man in einem Dorf wohnt und eine Gemeinschaft hat und jeder den anderen kennt.“
Das alte Aldringer Pfarrhaus hat damit eine neue Aufgabe: als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft, als Ort für Vereine und Begegnungen - und als Arbeitsplatz für Menschen, die auch auf dem Land neue Möglichkeiten suchen.
Arbeitsplätze im Co-Working-Space können reserviert werden über coworkaldringen.be, unter der Telefonnummer 080/429.072 oder per Mail.
Gaby Zeimers











