In den Sternenhimmel schauen, hat etwas Beruhigendes und gleichzeitig auch etwas Beängstigendes, wenn man sich vorstellt, wie riesig der Weltraum ist. Sterne gucken wird in den Städten allerdings immer schwieriger. Der Grund: Lichtverschmutzung. Je heller es nachts ist, desto weniger Sterne können beobachtet werden. Besonders gut geht das also in Naturschutzgebieten wie dem Hohen Venn. Dort war im Rahmen der "Nacht der Dunkelheit" Chris Sieber als Sternenguide unterwegs.
Die Faszination für den Sternenhimmel hat bei Chris Sieber schon im Kindesalter angefangen. "Ich habe schon als Kind gerne in den Himmel geschaut und das alles hat mich schon extrem beeindruckt. Ich mag es auch, mich selbst herauszufordern: 'Ist das wirklich ein Sternenbild?' Die Milchstraße mit eigenen Augen zu sehen, das ist dann schon besonders."

Sternegucken könne man immer, so Sieber. Da die Erde sich dreht, habe man auch immer wieder einen anderen Sternenhimmel zum Beobachten. Je nachdem, was man aber beobachten möchte, kann der richtige Zeitpunkt entscheidend sein. Von August bis Januar kann man die Milchstraße gut beobachten. "Die ist dann direkt über uns. Das ist schon die beste Zeit dafür."
Um Sterne überhaupt beobachten zu können, muss es dunkel sein. Genau das sei heutzutage ein Problem aufgrund zunehmender Lichtverschmutzung. "Wir haben es tatsächlich geschafft in den letzten hundert Jahren, alles mögliche zu beleuchten, was eigentlich gar nicht beleuchtet werden muss. Die Dunkelheit ist ja nicht nur zum Sterne gucken wichtig, sondern auch für die Natur. Viele Insekten und Säugetiere sind nachtaktiv und werden vom Licht abgelenkt", sagt Chris Sieber. Im Hohen Venn und auch im Naturpark Nordeifel könne man deshalb noch gut Sterne beobachten, in den Städten sei das kaum noch möglich.

Ein Highlight beim Sterne beobachten sind sicherlich Sternschnuppen. Die Wahrscheinlichkeit eine zu erwischen, ist gar nicht mal so gering. "Auf meinen Führungen habe ich auch schon Sternschnuppen gesehen, wenn kein Sternschnuppenstrom angekündigt war."
Viel Equipment braucht man übrigens ihrer Meinung nach nicht. Das bloße Auge sei für Beobachtungen schon sehr gut und gewöhne sich schnell an die Dunkelheit. Der Standort sei entscheidend: ein dunkler Ort mit wenig Bebauung und freiem Blick. Am besten auch so spät wie möglich zum Sterne beobachten raus gehen. Mit etwas Glück kann man dann sogar die Milchstraße mit bloßem Auge sehen.
Radio-Interview mit Chris Sieber im Player:
Lena Orban