In der neuen Schule in Emmels riecht es noch nach Gips und Farbe. In manchen Ecken steht noch Werkzeug, und auch die Deko fehlt noch. Aber der größte Teil ist geschafft: Die Schule ist eingezogen. Am Wochenende wird der Neubau offiziell eingeweiht. Die Kinder haben dafür ein kleines Programm vorbereitet.
Verzögerungen durch fehlende Brandschutztür
Eigentlich sollte die Schule schon zum Schuljahresbeginn bezogen werden. Probleme mit den Brandschutztüren verzögerten den Einzug jedoch um einige Wochen. Für die Schulgemeinschaft war das zunächst eine Enttäuschung.
"Weil wir Ende Juni alles geplant hatten. Der erste Moment war natürlich ein Schock. Ich war gerade im Urlaub, als die Mail kam. Dann hatte ich den ersten Gedanken: 'Wie bringe ich das jetzt dem Kollegium bei?' Ich bin da aber glücklicherweise auf großes Verständnis gestoßen. Wir haben uns die Woche danach getroffen, haben einen Plan B entwickelt und dann ging es weiter."
Jetzt ist die Übergangszeit endgültig vorbei. Die neue Schule bietet deutlich mehr Raum.
Neue Arbeitsbedingungen
"Vom Speicher bis in den Keller, wo wir einen Bastelraum eingerichtet haben, wo wir auch werken können. Für mich persönlich ein Büro, was ich vorher in der alten Schule oder auch in der provisorischen Schule nicht gekannt habe. Da kann man auch mal einen Ort haben, wo man auch mal ein Personalmitglied empfangen kann", freut sich Julian Pauels auf neue Arbeitsbedingungen.
Die Container waren eine Notlösung, und vor allem: viel enger. Dass sie jetzt mehr Platz haben, freut auch die Kinder. Sie freuen sich auf den größeren Schulhof, die Seilbahn, das Klettergerüst.
Mehr Platz gibt es an vielen Stellen. Im Keller gibt es jetzt einen eigenen Bastelraum. Der Bewegungsraum lässt sich mit einer Schiebetür zur Eingangshalle hin erweitern. Bei schlechtem Wetter kann daraus auch ein Pausenraum werden. Die Räume sind flexibel nutzbar und auf Zuwachs geplant. "Wir haben bestimmt Platz für bis zu hundert Kinder, die Räume geben das einfach her", erklärt Schulschöffin Margret Schmitz.
Mehr Platz für Gruppen- und Förderunterricht und größere Klassenräume
"Was ein großer Vorteil ist: dass die Lehrpersonen mehrere Klassen haben. Wir haben jetzt eine getrennte Französischklasse, wo es vorher sehr klein war. Alles ist besser strukturiert. Die Kleinen sind unten, die Mittleren und Großen sind oben", erklärt Julian Pauels.
"Und dass wir noch eine Nebenklasse haben, die wir für katholische Religion oder Ethik benutzen können oder für den Musikunterricht. Wir haben ganz andere Möglichkeiten. Die Lehrpersonen sind auch sehr glücklich und kommen mit einem großen Lächeln zur Schule."
Geschenk mit Geschichte
Neu ist allerdings nicht alles: Zum Einzug hat die Schule ein ziemlich altes Geschenk bekommen: ein Arithmometer. Das hat eine lange Geschichte. "Dieses Arithmometer ist von Bruder Marianus (in Emmels geboren als Anton Arens) 1873 entwickelt worden. Er hat das patentieren lassen und dann wurde das auch auf der Weltausstellung in Wien zum ersten Mal präsentiert. Dann hat es verschiedene Weltausstellungen besucht, bis nach Brasilien. Irgendwann in den Neunzigerjahren hat die Familie Spoden es gekauft und jetzt der Schule vermacht", sagt Schulschöffin Margret Schmitz.
Schulbruder Marianus unterrichtete damals in Emmels und Schoppen. Mit seinem Arithmometer lassen sich unter anderem Zahlen, Flächen- und Hohlmaße berechnen. "Dieser Mann war schon ein guter Rechenkünstler, er hat an alles gedacht", weiß Julian Pauels diese historische Leistung zu würdigen.
Jetzt fehlt nur noch die offizielle Einweihung. Am Wochenende können Eltern, Großeltern und Dorfbewohner beim Tag der offenen Tür die neue Schule selbst erkunden.
Gaby Zeimers

















Das wären etwa 57700€ pro Kind. Gab es da wirklich keine billigere Möglichkeit. Einfach wahnsinnig wie unser Steuergeld missbraucht wird.