Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft unterstützt 15 weitere Pilotprojekte der Gemeinden in den Bereichen Energie, Klimaschutz und nachhaltige Mobilität. Dafür werden insgesamt rund 539.000 Euro an Zuschüssen bereitgestellt.
Seit 2022 wurden laut einer Pressemitteilung der DG-Regierung bereits 79 kommunale Pilotprojekte im Rahmen des integrierten Energie- und Klimaplans der Deutschsprachigen Gemeinschaft genehmigt. Insgesamt stehen dafür rund 2,9 Millionen Euro zur Verfügung, von denen die DG rund 2,5 Millionen Euro beziehungsweise 87 Prozent mitfinanziert.
Ein Schwerpunkt der neuen Projekte liegt auf der Speicherung von Solarstrom. Amel, Bütgenbach und St. Vith wollen Batteriespeicher an Anlagen der Trinkwasseraufbereitung einsetzen. Überschüssiger Strom aus Photovoltaikanlagen soll damit gespeichert und später genutzt werden. Dadurch soll der Eigenverbrauch gesteigert werden. Erwartet werden jährliche Einsparungen von etwa 70.000 bis 90.000 Kilowattstunden.
Auch Büllingen plant einen Batteriespeicher. Dieser soll an der Sport- und Dorfhalle eingesetzt werden und überschüssigen Solarstrom beispielsweise für Veranstaltungen am Abend speichern. Amel will außerdem sein Energiemanagementsystem auf weitere kommunale Gebäude ausweiten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Anpassung an den Klimawandel. In Eupen soll der Bereich rund um die Klötzerbahn stärker begrünt und gegen Hitze geschützt werden. Geplant sind zwei begrünte Beschattungselemente, eine Wasservernebelungsanlage und drei Nebelsäulen. Zusätzlich sollen Sitzmöglichkeiten geschaffen und sieben Parkplätze entsiegelt werden. Drei Wetterstationen sollen künftig aktuelle Daten liefern, die auch über die Internetseite der Stadt abrufbar sein sollen.
In St. Vith beteiligt sich die Stadt am Interreg-Projekt "NBS4U" gemeinsam mit der Universität Lüttich. Dabei geht es um sogenannte naturbasierte Lösungen, beispielsweise begrünte Fassaden und Dächer, Entsiegelung und eine bessere Bewirtschaftung von Regenwasser. Unter anderem sollen das Rathaus, der Rathausplatz und das DABEI-Gebäude stärker begrünt und beschattet werden.
Auch nachhaltige Mobilität ist Teil der neuen Projekte. In Amel sind unter anderem ein überdachter und abschließbarer Fahrradunterstand mit E-Bike-Ladestation sowie eine Solarsitzbank in Born geplant. Die Sitzbank soll mit Photovoltaik und einem Batteriespeicher unabhängig mit Energie versorgt werden und unter anderem das Laden von E-Bikes und Mobiltelefonen ermöglichen.
Weitere Projekte beschäftigen sich mit der künftigen Energieversorgung. Amel und Bütgenbach wollen ab 2028 ihren Strombedarf über eine eigene Ausschreibung decken und dabei möglichst vollständig auf grünen Strom aus der Region setzen. Außerdem sind in Bütgenbach Energieaudits und Machbarkeitsstudien für das Pfarr- und Gemeindezentrum sowie das "Haus der Begegnung" in Nidrum geplant.
In Eupen soll eine Mobilitätsstudie die Verkehrssituation untersuchen. Dabei geht es unter anderem um Verkehrsaufkommen, Parkplätze, Kreuzungen und mögliche Konfliktpunkte sowie die Infrastruktur für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Verkehr. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit von besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern und im Umfeld von Schulen.
Auch mögliche Nahwärmenetze werden untersucht. In Amel geht es um ein geplantes Wohngebiet in Born mit rund 19 Grundstücken und die Frage, ob dort eine geothermische Wärmeversorgung möglich ist. In St. Vith soll geprüft werden, ob das bestehende Nahwärmenetz mit Holzhackschnitzeln unter anderem auf das Jugendheim, ein Fitnessstudio, den Tennisclub und eine neue Sporthalle ausgeweitet werden kann.
Die nächste Bewerbungsfrist für kommunale Pilotprojekte läuft bis zum 1. Januar 2027. Die nächste Ausschreibung soll im Herbst starten.
mitt/re