Miriam Mau weiß, was Frauen in den Wechseljahren zu schaffen macht. Die 51-Jährige empfängt uns in ihrem Zuhause in Raeren. Als zertifizierte "Life-Coachin" dreht sich bei ihr alles um die Frau ab 40. Zudem bringt sie mehr als 30 Jahre Berufserfahrung als Intensivkrankenschwester mit. Sie kann uns sicher erklären: Wieso sind sie ab circa 40 plötzlich da, die Speckröllchen? Das Sportpensum ist gleich geblieben und auch die Ernährung ist unverändert. Eigentlich hat sich doch nichts verändert?
"Die Hormone der Frau verändern sich so, dass der Körper der Frau sich natürlich auch mit verändert. Wenn wir jetzt gucken, was biologisch passiert, dann sehen wir, dass das Östrogen anfängt zu schwanken. Und sobald das Östrogen schwankt und später weniger wird, dann rutscht das Fett, was wir hübscherweise am Po und an den Oberschenkeln hatten, einfach hoch zum Bauch", erklärt Miriam Mau.
Wenn neben dem Östrogen auch das Progesteron schwankt, kann das auch Auswirkungen auf das Nervensystem haben: Das Stresshormon Cortisol kommt ins Spiel. "Das heißt, wir haben im Körper einfach so einen großen Stress, dass wir mehr Cortisol produzieren. Und Cortisol führt dazu, dass der Bauch wächst". Ein Teufelskreis. Der damit jedoch noch nicht endet. Denn Bauchfett ist eines der gefährlichsten Fette überhaupt: "Das ist das Fett, das sich um die Organe legt und dann Entzündungen im Körper auslösen kann. Und diese Entzündungen im Körper führen zu den vielen Zivilisationskrankheiten. Da gibt es den Typ2-Diabetes, da gibt es den Bluthochdruck und wenn es dann ganz schlimm läuft, kann es auch zu Schlaganfällen kommen".
Aber was kann Frau ab 40 denn heute tun? Diät ist kein guter Plan, sagt Miriam Mau. "Wenn wir nämlich dem Körper zu wenig Kalorien anbieten, dann kommt der Körper in einen Stressmodus. Das bedeutet, er hält am Ende des Tages eher an dem Fett fest, als dass er es loslässt."
Miriam Mau könnte hier noch mehr ins Detail gehen. Doch unterm Strich geht es einfach darum: Wie kann sich Frau ab 40 wieder besser fühlen? Zum Beispiel mit bewusster Ernährung, rät die Gesundheitsexpertin. Genügend Eiweiß zu sich zu nehmen, sei wichtig. "Wir alle brauchen das übrigens", fügt sie hinzu. Das Eiweiß sei für die Sättigung und für den Schutz der Muskulatur zuständig. Hinzu kommt: "Wir brauchen vernünftige Ballaststoffe, zum Beispiel im Gemüse, um den Darm mit den guten Darmbakterien zu ernähren. Denn der Darm spielt eine Riesen-Rolle bei der Gesundheit. Wir brauchen Nahrungspausen. Denn wenn wir permanent essen, schütten wir permanent Insulin aus. Das hindert auf jeden Fall die Fettverbrennung. Schlaf ist eine Riesen-Prioriät. Das ist wirklich wichtig ab 40. Und ein ganz großes Thema ist auch Kraftsport".
Während sie all das aufzählt, strahlt die 51-Jährige unglaubliche Leichtigkeit aus. Und genau das scheint ihr besonders wichtig zu sein: die richtige Geisteshaltung zu finden. Denn unterm Strich geht es darum: gesund und glücklich zu sein, mit oder ohne Bäuchlein.
Mehr Informationen zu Miriam Mau und ihrem Coaching unter coachdichleicht.de.
Miriam Mau ist auch Teil des Panels der BRF-Podiumsdiskussion am Donnerstag, den 8. Oktober um 19:00 Uhr im BRF Funkhaus in Eupen. Titel der Runde: "Wechseljahre und Hormone: Mit 55 fitter als mit 40?!".
Ausführliches Radio-Interview mit Miriam Mau im Player:
Simonne Doepgen