Die Polizei in Lüttich hat im Rahmen der Schülerproteste 16 Schüler vorläufig festgenommen. Montagmorgen hatten sich Hunderte Schüler in der Nähe mehrerer Schulen in Lüttich versammelt. Der Protest verlief zunächst friedlich, bis rund 200 Jugendliche andere Demonstranten provozierten.
Wie die VRT berichtet, musste die Polizei am Nachmittag dann auf dem Platz vor dem Opernhaus gegen rund 80 jugendliche Randalierer vorgehen. Sie hatten Stadtmobiliar beschädigt und Mülleimer in Brand gesteckt. Inzwischen scheint die Polizei die Lage wieder unter Kontrolle zu haben. Dennoch bleibt die Situation angespannt.
Auch in anderen Städten der Wallonie protestierten Schüler, dort allerdings zumeist friedlich. Nur in Hannut zwischen Lüttich und Brüssel kam es laut Medienberichten noch zu einem nennenswerten Zwischenfall bei den dortigen Schülerprotesten.
Während der Demonstration von rund 250 Schülern wurde ein Feuerwerkskörper auf den Schulhof einer Grundschule gefeuert. Ob absichtlich oder nicht, ist noch unklar. 15 Kinder wurden durch Funken leicht verletzt. Die Polizei nahm einen Schüler in Gewahrsam. Der Protest in Hannut verlief ansonsten ohne weitere Zwischenfälle.
Die Schülerproteste richten sich in der Regel gegen geplante Sparmaßnahmen im frankophonen Schulwesen. Dazu mischt sich allgemeine Unzufriedenheit mit den Lernbedingungen und inzwischen auch der Protest gegen die steigenden Preise für den öffentlichen Nahverkehr. Im Februar will die TEC die Preise für Schülerabos von aktuell zwölf Euro pro Jahr auf mindestens 180 Euro erhöhen.
kwa/rop