Meist beginnt es um das 40. Lebensjahr, bei manchen Frauen früher, bei manchen später: Der Hormonhaushalt verändert sich, die weiblichen Hormone werden progressiv abgebaut. Die erste Phase ist die Prä-Menopause, erklärt die Heilpraktikerin Michaela Schumacher-Fank. "Das ist die Zeit vor der Menopause. Dann verändert sich der Eisprung. Das Hormon Progesteron wird abgebaut, es kommt zu Schwankungen im Hormonhaushalt, was dann zu Beschwerden führen kann. Später wird dann das zweite typisch weibliche Hormon, das Östrogen, auch schwanken und langsam abgebaut. Dann kommt es auch zu Beschwerden bei manchen Frauen, aber nicht bei allen."
Laut Studien haben nur ein Drittel aller Frauen starke Beschwerden, ein Drittel leichte und ein weiteres Drittel überhaupt keine Beschwerden. Wenn Beschwerden auftauchen, sind sie sehr unterschiedlich. In der ersten Phase, noch vor der Menopause, also der letzten Regelblutung, sind es vor allem typische PMS-Symptome (Prämenstruelles Syndrom).
"PMS - das sind Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte, in der Zeit vor der Periode. Da kommt es häufig zu Brustspannen und überhaupt Wassereinlagerungen und zu Stimmungsschwankungen. Wenn man das merkt, ist es vor allem ein Progesteron-Problem." Hitzewallungen seien dagegen eher auf den Abbau von Östrogen zurückzuführen. "Hitzewallungen sind der große Klassiker. Aber auch Gelenkbeschwerden können dabei sein, auch wieder Stimmungsschwankungen und vor allem Schlafprobleme", weiß Michaela Schumacher-Fank aus ihrer Praxiserfahrung.
Um Beschwerden vorzubeugen, empfiehlt die Naturheilkunde in erster Linie eine gesunde Lebensweise. "Vor allem sagt man, dass der Leberstoffwechsel wichtig ist für einen guten Hormonhaushalt. Insofern ist es sinnvoll, in dieser Zeit wenig Alkohol zu trinken. Denn der Hormonhaushalt kann dadurch stark schwanken. Ganz wichtig ist, auf die Ernährung zu achten. Stress macht auch schneller Beschwerden. Wenn man auf guten Schlaf achtet, Zeit für sich selbst - all das sind Maßnahmen, die sicher helfen."
Auch Bewegung gehört dazu. Doch in manchen Fällen reichen diese Maßnahmen nicht aus. Dann bieten sich Heilpflanzen an. Wichtig sei, gezielt die Ursache anzupacken -und nicht nur Symptome zu behandeln, so die Heilpraktikerin. "Dieser Abbau der Hormone verläuft bei den meisten Frauen nicht einfach progressiv, sondern schwankt. Das löst die Beschwerden aus. Wenn ich versuche, diese Schwankungen auszugleichen, gehe ich an die Ursache und versuche zum Beispiel die Schlafstörung aufzufangen und kann dann immer noch einen beruhigenden Schlaftee geben."
Bei Schwankungen des Progesterons in der Prä-Menopoause gibt es verschiedene Kräuter, die helfen können. "Wie zum Beispiel den Frauenmantel, aber auch den Mönchspfeffer und die Yamswurzel - das sind Pflanzen, die das Progesteron ausgleichen. Oder auch in der Gemmo-Therapie - das sind Mittel, die aus Knospen hergestellt werden - das Gemmo-Mazerat vom Himbeerstrauch."
Auch in der Post-Menopause nach der letzten Regelblutung, wenn es zu Östrogen-Schwankungen kommt, gibt es verschiedene Heilkräuter. Dabei müsse individuell von Fall zu Fall geschaut werden, welche Pflanze die richtige ist, sagt Michaela Schumacher-Fank. "Da wäre zum Beispiel die Traubensilberkerze eine gute Pflanze, um die Schwankungen auszugleichen. Oder auch der Rotklee. Salbei hilft auch bei Hitzewallungen und in der Gemmotherapie wäre das Mazerat von der Preiselbeere sehr gut."
Statt zu Heilpflanzen greift man in der konventionellen Medizin gerne zu Hormonersatztherapien. Neben synthetischen stehen auch bioidentische Hormone zur Verfügung. Diese seien aber kein Mittel der Naturheilkunde, erklärt Michaela Schumacher-Fank. "Man könnte jetzt glauben, dass wäre ein Naturheilkundeprodukt. Das ist es aber nicht. Sie sind auch synthetisch hergestellt. Aber sie wirken ganz anders. Sie haben weniger Nebenwirkungen. Wenn man denn Hormone nimmt, sind diese auf jeden Fall zu bevorzugen."
"Aber es ist eine persönliche Entscheidung, ob man die Hormone, die einem in der Post-Menopause fehlen, ersetzen möchte bis zu seinem Lebensende oder ob man diese Phase der Wechseljahre durchstehen möchte und man mit diesem Hormonmangel lebt, wie es die Natur vorgesehen hat."
Michaela Brück