Aktuell zieht es wieder einige Hirschbeobachter an den Rand der Grande Fagne in der Nähe der Kreuzung Belle-Croix. Sie möchten die Brunft der Hirsche beobachten. Die Paarungszeit ist entscheidend für die Art, denn die Hirschkühe sind nur einmal im Jahr und dann auch nur für eine kurze Zeit fruchtbar, erklärt Manuel Lemaire, Förster vom Forstamt Malmedy: "Die Paarungszeit des Hirsches fängt Mitte September an und geht bis Mitte Oktober. Eine Hirschkuh ist nur für einige Stunden brünstig. In diesem Moment kommt der Hirsch vorbei und die Fortpflanzung findet statt. Wenn dieser Moment gestört wird, kann Auswirkungen auf die Zukunft der Art haben."
Wer die Brunft der Hirsche beobachten oder Fotos von den Tieren machen möchte, darf das selbstständig oder auch im Rahmen einer geführten Tour machen. In beiden Fällen gilt es jedoch, auf einiges zu achten. So sollte man seinen Hund zum Beispiel nicht mitnehmen, aber nicht nur das. "Man sollte auf den Wegen bleiben und keine unnötigen Dinge tun, also laut zu reden, sein Handy zu benutzen oder die Taschenlampe einzuschalten und die Tiere damit anzuleuchten. Manchmal haben wir keine Wahl. Wenn es Verhalten gibt, das sehr unangemessen ist, müssen wir ein Protokoll ausstellen."
Wer die Wege verlässt muss beispielsweise mit einer Strafe von 150 Euro rechnen. Bei einer Störung im Schutzgebiet sind es schon 250 Euro. Je nach Art und Anzahl der Verstöße können sich die Strafen auch summieren.
Wer eine Chance haben möchte, den kehligen Ruf des Hirsches zu hören, sollte die frühen Morgenstunden oder die Abenddämmerung nutzen, sich ruhig und unauffällig verhalten, Abstand wahren - und vor allem die Ohren spitzen.
vedia/la