Die Universität Lüttich hat den Angriff auf den Professor und Ingenieur Damien Ernst scharf verurteilt. Ernst war am Donnerstag während einer Vorlesung auf dem Campus mit Torten beworfen worden.
Eine selbsternannte Ethik-Gruppe hatte sich zu der Aktion bekannt. Sie wollte damit nach eigenen Angaben Verbindungen von Ernst zur Rüstungsindustrie anprangern. Darüber hinaus kritisiert die Bewegung Kooperationen zwischen der Forschung an der Uni Lüttich und der Rüstungsindustrie.
Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) beschuldigte die Führung der PTB der Anstiftung zu dem Torten-Angriff. Antifa sei der bewaffnete Arm der kommunistischen Partei, schrieb er in den sozialen Medien. Deren Vorsitzender Raoul Hedebouw wies die Anschuldigungen zurück. Theo Francken ziehe es offenbar vor, die Opposition zu diffamieren, statt seine politischen Entscheidigungen zu verteidigen.
Die Rektorin der Universität, Anne-Sophie Nyssen, bezeichnete den Vorfall als unvereinbar mit dem Pluralismus und dem gegenseitigen Respekt, zu denen die Universität sich verpflichtet hat. Ein solcher Angriff bringe keine Debatte voran, sondern reduziere die Überlegungen auf das Niveau primitiver Instinkte, heißt es in der Mitteilung.
Eine Untersuchung läuft. Die Universität behält sich rechtliche und disziplinarische Schritte vor.
belga/gaz