Die Sekundärnester sind deutlich größer als die Primärnester und können größer als ein Fußball sein. Häufig befinden sie sich in großer Höhe - inzwischen werden sie aber auch zunehmend in Bodennähe entdeckt.
"Wir merken auch, dass die Asiatische Hornisse weniger Angst bekommt beziehungsweise sich an den Lebensraum hier anpasst und von oben immer mehr in Richtung Bodennähe kommt", sagt Leutnant Damien Bourseaux von der Hilfeleistungszone der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Zuletzt wurde beispielsweise in Nispert ein Nest in rund 25 Metern Höhe entdeckt. Gleichzeitig gibt es inzwischen auch Funde auf Heckenhöhe oder in drei bis vier Metern Höhe.
Seit Anfang September hat die Hilfeleistungszone im Norden der Region vier Nester entfernt. In den Eifelgemeinden waren es drei. Hinzu kommen mehr als 20 Nester, die von privaten Fachfirmen entfernt wurden. Auch die Bienenzuchtvereine aus St. Vith und Eupen sind weiterhin aktiv.
Fallen werden wieder gezielt eingesetzt
Parallel zur Entfernung der Nester sollen wieder Fallen selektiv ausgebracht werden. Ziel ist es, Gründerinnen beziehungsweise potenzielle Königinnen für die Saison 2027 zu fangen.
Wer bereits Anfang des Jahres eine Falle über die Hilfeleistungszone erhalten hat, kann diese weiterhin verwenden. Die betreffenden Personen wurden per E-Mail informiert. Wer noch eine Falle benötigt, kann sich über das entsprechende Formular bei der Hilfeleistungszone melden.
Im Norden der Region wurden nach Angaben der Hilfeleistungszone bereits mehr als 1.000 Gründerinnen in diesem Jahr gefangen, im Süden waren es etwas mehr als 500.
"Das sind Tiere, die jetzt alle weg sind. Wir hoffen deshalb, dass weniger Tiere überwintern und wir Anfang nächsten Jahres weniger Tiere haben", so Bourseaux.
Ob die Maßnahmen tatsächlich den gewünschten Effekt haben, wird sich allerdings erst im kommenden Jahr zeigen. Erst im Mai, Juni oder Juli lasse sich genauer feststellen, wie viele Tiere den Winter überstanden haben und anschließend wieder mit dem Nestbau beginnen.
Wetter beeinflusst weitere Entwicklung
Wie lange die Phase der Sekundärnester noch andauert, hängt stark von der Wetterentwicklung ab. Tagsüber werden derzeit noch Temperaturen zwischen zehn und knapp 20 Grad erreicht, nachts wird es dagegen bereits deutlich kühler. Mit zunehmender Kälte werden die Tiere weniger aktiv und gehen schließlich in die Überwinterungsphase.
Ende Oktober ist eine weitere Koordinationsversammlung geplant. Dabei soll Bilanz gezogen werden: Was wurde bisher erreicht? Welche Maßnahmen haben funktioniert? Und wo müssen die Vorgehensweisen möglicherweise angepasst werden? Die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse soll dann auch 2027 in ähnlicher Form fortgeführt werden.
Robin Emonts