Der Brand im Hohen Venn ist unter Kontrolle, aber noch nicht vollständig gelöscht. Das hat der Krisenstab der Provinz Lüttich am Montag mitgeteilt. Der provinziale Krisenplan bleibt vorerst in Kraft. Innenminister Bernard Quintin war am Montag - einen Monat nach dem Beginn des Brandes - ins Venn gekommen und ließ sich an Bord eines Fahrzeugs der Feuerwehr in das betroffene Gebiet bringen.
Im Mittelpunkt des Besuches des Innenministers stand gar nicht mal unbedingt der Kampf gegen aufflackernde Feuer, sondern vor allem auch Infrastrukturarbeiten, etwa um den Zugang zu gewissen Bereichen des Venns zu erleichtern.
Dieser schwere Zugang sei einerseits problematisch, andererseits mache das aber auch das Venn aus, sagte Bernard Quintin. Also müsse man hier ein Gleichgewicht finden. Antworten soll die Analyse der Krise geben - nicht nur auf die Frage, wie mit der Krise umgegangen wurde, sondern etwa auch in Bezug auf die Gestaltung des Geländes.
"Da bereits in der provinzialen Krisenphase alle föderalen Mittel in die Wege geleitet wurden, ist nicht der föderale Krisenplan eingesetzt worden, weil das nicht nötig war, denn das hat im Krisenstab des Gouverneurs in Vottem gut funktioniert", blickte der Innenminister auf den Umgang mit dem Großbrand zurück. "Auch die ganze Sicherheitsstruktur von der Ebene der Bürgermeister über den Gouverneur bis zum Innenminister hat gut funktioniert", befand Quintin.
Der Vennbrand hat die Frage aufgeworfen, ob Belgien für derartige Krisen gerüstet ist und ob die personellen und materiellen Mittel ausreichen. Manche hätten so getan, als verfüge Belgien über keine Feuerwehrleute, keine Löschfahrzeuge und keinen Zivilschutz. All das habe man und all das sei zur Verfügung gestellt worden. Die Koordination habe gut geklappt, betonte der Innenminister.
Die Föderale Polizei habe Hubschrauber, die mit sogenannten Bambi-Buckets zum Abwerfen von Wasser ausgestattet werden können, so der Innenminister. Sollte die Auswertung der Krise zeigen, dass man etwa die Mittel zur Bekämpfung der Frühphase von Bränden verstärken müsse, werde man sehen, wie man auf diese Notwendigkeit antworten können, so Bernard Quintin.
Unterdessen bleibt der Zugang zu den vom Brand betroffenen Gebieten verboten. Eine gute Nachricht gibt es aber für die Autofahrer: Es wurde entschieden, die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometer pro Stunde auf der Vennstraße am Montagabend aufzuheben.
Moritz Korff





