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Das erste Bild vom Vennbrand? - Privates Satellitenunternehmen arbeitet mit Ermittlern zusammen

11.09.202617:0811.09.2026 - 17:27
  • Finnland
  • Hohes Venn
  • Vennbrand
Luftaufnahme Hohes Venn
Bild: Kuva Space

Vor einem Monat brach das Feuer im Hohen Venn aus. Zahllose Bilder gibt es von brennenden Vennflächen und dem Kampf der Einsatzkräfte vor Ort. Weniger zahlreich sind die Bilder vom Beginn des Feuers. Ein privates Unternehmen hat das wahrscheinlich erste Satellitenbild des Brandherds aufgenommen.

Eigentlich war es Zufall, dass der Satellit Hyperfield-1A am 14. August um kurz nach ein Uhr mittags über das Venn flog. Hätte man ihn dort hin lenken wollen, wären Stunden vergangen. So funktionieren Satelliten einfach nicht. Fakt ist, dass Hyperfield-1A zu diesem Zeitpunkt dort war. So ergab sich das wahrscheinlich erste Bild des Vennbrands aus dem All.

Für den Brüsseler Physikingenieur Arthur Vandenhoeke ist dieser Fund hingegen mehr als Zufall. Er arbeitet für das Unternehmen Kuva Space, das die Bilder gemacht hat. Weil er in Ostbelgien verwurzelt ist, war es ihm ein Anliegen, die Bilder zu teilen.

"Unser Satellit ist über die Provinz Lüttich geflogen, kurz nachdem der Brand ausbrach. Für mich ist das kein Zufallstreffer, sondern genau das Prinzip hinter unserer Arbeit. Wer ständig hinschaut, erwischt Momente, ohne vorher zu wissen, dass er sie braucht."

Kuva Space ist ein Unternehmen aus Finnland. Es baut und betreibt seine eigenen Satelliten mit dem Ziel, das öffentliche, europäische Satellitennetz Copernicus zu ergänzen. Genau das ist hier passiert.

"Ob es das allererste Bild ist, das weltweit veröffentlicht wurde, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Klar ist aber, dass der Sentinel 2 von Copernicus dieselbe Stelle nur gut 20 Minuten vorher fotografiert hat - und da war noch gar nichts zu sehen. In dem Moment, als wir unser Bild gemacht haben, war kein anderer Satellit über dem Gebiet. Unsere Aufnahme ist also mit ziemlicher Sicherheit die früheste Satellitenaufnahme, die es von diesem Brand gibt."

Auf dem Bild sieht man deutlich eine Rauchsäule über den Ort bei Drossart, wo der Brand entstand. Aber die Aufnahme ist nicht nur an sich eine wertvolle Quelle. Der Aufnahmezeitpunkt könnte Einfluss auf die Zeitleiste der Ereignisse haben.

"Wenn man sich die Aufnahme anschaut sieht man, dass die Rauchwolke zum Aufnahmezeitpunkt schon über zwei Kilometer lang war. Das habe ich selbst nachgemessen. So eine Rauchwolke entsteht nicht in ein paar Sekunden. Das bedeutet, dass das Feuer da schon eine Weile aktiv war. Wahrscheinlich schon ein paar Minuten vor dem bisher bekannten Ausbruchszeitpunkt. Unsere Aufnahme bestätigt die Zeitleiste also nicht eins zu eins, sondern verschiebt sie eher etwas nach vorne."

Was genau diese Verschiebung bedeutet und wie viele Minuten der Geschichte jetzt neu geschrieben werden müssen, müssen jetzt die Ermittler bestimmen, die den Brand untersuchen. Diese Schlüsse zu ziehen, sei auch nicht seine Rolle, so Vandenhoeke. Kuva Space hat die Satellitenbilder offiziell der Justiz zur Verfügung gestellt, zusammen mit einer ersten Analyse zur Rauchsäule.

Anne Kelleter

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