In Aachen ist in der Nacht auf Montag eine nicht-angemeldete Demonstration aus dem Ruder gelaufen. Sonntagabend versammelten sich mehrere hundert Personen im Stadtzentrum, um ihre Position zum Ergebnis der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt sichtbar zu machen.
Danach zogen sie vom Elisenbrunnen Richtung Hauptbahnhof. Weil die Veranstaltung nicht offiziell angemeldet war, rückte die Polizei zu einem Großeinsatz aus. Nach Angaben der Polizei wurden einige Beamte von vermummten Personen mit Pyrotechnik beschlossen.
Die Polizei verfolgte einige Tatverdächtige in Richtung des Autonomen Zentrums, ein politisch links eingestelltes Kulturzentrum. Laut den Beamten verschanzten sie sich dort. Deshalb habe man das Gebäude umstellt und schließlich gestürmt.
Mehrere Personen wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie wird wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt.
Das Autonome Zentrum von Aachen hat mittlerweile zu den Vorfällen Stellung bezogen. Dort werden die Ereignisse anders dargestellt. Laut der Mitteilung wurde der friedliche Demonstrationszug von der Polizei Richtung AZ gedrängt und dort eingekesselt und ins Gebäude gedrängt.
Trotz Versuchen, mit den Polizisten Kontakt aufzunehmen und zu kooperieren, habe man das Gebäude gestürmt. Die Personen, die in Gewahrsam genommen wurden, seien nicht angeklagt worden und mittlerweile wieder auf freiem Fuß.
Das Verhalten der Polizei bezeichnet das AZ als unverhältnismäßig. Weil unter anderem kein Durchsuchungsbefehl vorgelegt wurde, prüft das AZ laut eigener Aussage rechtliche Schritte.
dpa/mitt/ake