"Wir unterstützen Menschen, die anderen Menschen helfen", so fasst Freddy Genten, der Koordinator der König-Baudouin-Stiftung in Ostbelgien, den Zweck der Stiftung zusammen. Genau das, die Hilfe von Menschen für andere Menschen, soll in der kleinen Ausstellung im Brüsseler Museum Belvue gezeigt werden. "Geschichten, bei denen einem das Herz aufgeht" lautet ihr Titel.
Ein einziger Raum im Brüsseler Museum Belvue direkt neben dem Königspalast reicht aus, um die 16 Fotografien auf ihren Stelltafeln zu zeigen. Erklärungen in französischer, niederländischer, deutscher und englischer Sprache ergänzen die Wirkung der Bilder. "Die Fotos stellen die verschiedenen Bereiche dar, in denen die Stiftung tätig ist. Zum Beispiel im Kulturerbe oder in Armutsbekämpfung, im internationalen Bereich, im Gesundheitsbereich. So kann die Ausstellung genau das darstellen, was die Stiftung im Alltäglichen macht."
Die Stiftung hat sich in den 50 Jahren ihres Bestehens zu einem festen Bestandteil der belgischen Gesellschaft entwickelt. Anlass der Gründung 1976 war das 25-jährige Thronjubiläum von König Baudouin. Ein König, der die Nähe zum Volk gesucht und ein großes Herz für die Schwachen der Gesellschaft hatte. Zu seinem Thronjubiläum hatte er sich eine Initiative gewünscht, die dauerhaft die Lebensumstände der Menschen in Belgien verbessern sollte.
Der damalige Premierminister Leo Tindemans schlug daraufhin die Gründung einer Stiftung vor, die den Namen des Königs tragen sollte. Mit einem Startkapital von umgerechnet 25 Millionen Euro und etwas weniger als zehn Mitarbeitern nahm die Stiftung dann am 31. März 1976 ihre Arbeit auf.
Heute sind die Dimensionen ganz andere. Das Kapital der Stiftung gibt sie selbst mit 1,7 Milliarden Euro an. Rund 200 Mitarbeiter arbeiten für die Stiftung. Und die Aktivitäten finden längst nicht nur in Belgien und Europa statt, sondern überall auf der Welt unterstützt die Stiftung Projekte, die das Leben von Menschen verbessern wollen.
Die Fotoausstellung in Belvue soll einige dieser Projekte sichtbar machen. "Jedes Bild hat seine eigene Geschichte. Hier sieht man zum Beispiel ein Bild aus einer Favela in Brasilien, wo zwei Kinder mit einem Fußball in der Hand sind. Das heißt: Da ist wieder Hoffnung drin. Oder ein junger Mann, der an der Krankheit MPS 6 erkrankt ist und trotzdem Schreiben lernt."

Die Besucher der Ausstellung können aus den 16 Fotos ihr Lieblingsfoto wählen und ihm eine Stimme geben. Das Foto mit den meisten Stimmen bzw. das Projekt, für das es steht, soll dann mit einer zusätzlichen finanziellen Zuwendung der Stiftung gefördert werden. Die Ausstellung ist bis zum 17. Oktober im Belvue zu sehen.
Doch auch danach gehen die Feierlichkeiten zu 50 Jahre König-Baudouin-Stiftung noch weiter. Für den 20. Oktober kündigt Freddy Genten einen Partnerabend der Stiftung in Ostbelgien an. Und für Dezember sei noch ein zentraler Festakt geplant, "wo alle Ehrenamtler, die für die König-Baudouin-Stiftung arbeiten - das sind mehr als 4.500 Personen, die in Jurys bzw. in Verwaltungsausschüssen tätig sind - dann auch eingeladen werden, und dann wird ein großer Abend für diese Personen veranstaltet. So danken wir ihnen dann indirekt für ihre Arbeit."
Ausführliches Radio-Interview mit Freddy Genten im Player:
Kay Wagner






