Drei der insgesamt vier Klassencontainer der alten Gemeindeschule Lichtenbusch sollen schon bald unter den Hammer kommen. Einer jedoch nicht, der soll in Zukunft in Hauset eingesetzt werden, als Behelfslösung für die Bibliothek. Verkauft werden die übrigen Container, weil die Gemeinde Raeren den Platzbedarf in den Schulen in den letzten Jahren gedeckt hat.
"Die Schule Hauset hat vor zweieinhalb Jahren zwei Container bekommen, sodass wir in den nächsten Jahren keine Verwendung für die Container haben", erklärt Raerens Bürgermeister Mario Pitz. "Wenn sie noch länger hier verbleiben würden, fürchten wir doch Vandalismus und Wertverlust, sodass wir uns entschieden haben, die Container anzubieten."
Angepeilt ist ein Verkauf noch vor dem Winter. Als mögliche Käufer kommen zum Beispiel Vereine, Krankenhäuser oder Gemeinden in Frage, sagt Mario Pitz, aber auch Privatleute werden nicht ausgeschlossen. Die Container sind je rund 60 Quadratmeter groß und bestehen aus fünf Modulen. Sie haben doppelt verglaste Fenster, Heizungs- und Klimaanlagen. Wer mehrere der Container kaufen und stapeln will, kann auch die Treppen mitersteigern.
Als die Container 2018 von der Gemeinde gekauft wurden, kosteten sie zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Heute liegt das Einstiegsgebot für einen Container bei 5.000 Euro. Den Preis niedrig zu halten, war eine bewusste Entscheidung der Gemeinde, denn der Käufer muss auch den Abbau und Transport des Containers finanzieren.
"Man muss schon mit einigen tausend Euro Aufbau rechnen. Es muss dann jemand am neuen Ort ein Fundament errichten, eine Stromzufuhr und es wird ein Transport per Tieflader erforderlich sein, sodass man dann neben dem Gebot doch schon - ich denke mal um die 4.000 Euro - mitrechnen muss, um die Container an Ort und Stelle zu bringen", so Pitz.
Hinzu kommt, dass die Container nicht einfach so überall aufgestellt werden können. Je nachdem, was der Käufer mit dem Container vorhat, muss eine Städtebaugenehmigung angefragt werden. Die Bedingungen dafür können in Deutschland, der Wallonie oder der DG ganz unterschiedlich aussehen.
"In der DG wird das üblicherweise so gehandhabt, dass wenn der Container wirklich ein Provisorium ist, also nicht durch eine Verkleidung in sein Umfeld eingebettet wird, er zwei Jahre stehen darf. Das hängt aber von dem Verwendungszweck ab. Wenn der Container eine Großbaustelle begleitet oder noch einmal als Schulklasse dient, liegen die Dinge vielleicht ein bisschen anders. Das ist dann von Fall zu Fall zu sehen. Ob es eine provisorische Aufstellung ist oder ob vielleicht dann doch eine Bauauflage gilt, das sollte der Käufer vorher prüfen."
Die Zeit, um das zu tun, will die Gemeinde den potentiellen Käufern geben. Trotzdem bringt eine Versteigerung natürlich auch einen gewissen Druck mit sich und die ersten Anfragen sind auch schon kurz nach der letzten Gemeinderatssitzung eingegangen. "Eigentlich noch schneller, als wir eine kleine Infomappe erstellen konnten. Das passiert aber auch in den nächsten Tagen und dann bekommt jeder Interessent eine Infomappe."
"Wenn sich das Interesse dann verfestigt, könnten wir die Interessenten auch bündeln, damit sie sich das hier anschauen können. Vielleicht bringt der ein oder andere dann auch schon eine Konstruktionsfirma mit, die den Aufwand einschätzen kann, sodass jeder, der einen Container erwirbt, auch seine Endrechnung kennt", so Pitz.
Sind die Container erst einmal weg, könnte die freie Fläche beispielsweise ein Parkplatz für die neue Schule oder für Veranstaltungen im Saal Kessel werden. Mario Pitz geht davon aus, dass die ersten Zuschläge in vier bis sechs Wochen erteilt werden könnten. Wer Interesse an einem der drei Container hat, kann sich einfach per Mail bei der Gemeinde Raeren melden.
Lindsay Ahn



