Das Hohe Venn ist ein beliebtes Ausflugsziel. Doch der Brand hat auch den Tourismus getroffen. In den ersten Tagen nach dem Feuer hagelte es Stornierungen, und die Wandertouristen bleiben größtenteils aus. "Also in der ersten Zeit hat man gesehen, dass die Stornierungen Minute zu Minute reingeflattert sind. Jetzt dreht sich das Blatt langsam wieder in die richtige Richtung", sagt Christoph Hendrich, Geschäftsführer der Tourismusagentur Ostbelgien.
"Wir haben ein bisschen gegengesteuert, auch kommunikativ. Also von der anfänglichen Krisenkommunikation hin zu positiveren Bildern, zu einem differenzierten Bild der Lage. Und das ist jetzt auch für die nächsten Tage und Wochen unsere Strategie."
Das Problem sind die Bilder des Brandes. Sie haben sich bei vielen Menschen festgesetzt - und vermitteln offenbar ein deutlich dramatischeres Bild der Region, als es die aktuelle Situation vor Ort hergibt. "Es ist schwierig, gegen die Bilder anzukämpfen, die wir alle gesehen haben. Sie gehen unter die Haut und sie bleiben hängen."
"Gerade bei Gästen oder Menschen, die ein paar Hundert Kilometer weiter weg wohnen, ist es schwierig, dann diese Bilder unmittelbar anders zu zeichnen. Das kann man fast gar nicht. Da muss man gegen eine Flut an Content arbeiten und das ist in dem Moment selbst unmöglich. Aber es ist eine Aufgabe, die wir jetzt haben, die wir für die nächsten Wochen und Monate - wenn nicht Jahre - haben."
Denn vom Brand betroffen ist das Venn als touristisches Aushängeschild - nicht aber die gesamte Region. "Es ist unser Aushängeschild, es ist unser Herz, das hat stark geblutet, aber wir sind grade wieder mit der Reha beschäftigt. Wir werden dann langfristig planen und schauen, wo und wie macht es Sinn, diese Geschichte zu verarbeiten, aufzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass die die Gäste so schnell wie möglich wieder in die Region zurückkehren."
Große Teile des touristischen Angebots bleiben zugänglich. Gesperrt ist ein klar abgegrenztes Gebiet. Gleichzeitig wurden neue Wanderrouten eingerichtet, um Ausweichmöglichkeiten zu schaffen. "Es gibt einen Perimeter, den man auch nicht betreten darf. Wo das genau ist, das kann man sich auf der Webseite der TAO anschauen. Darüber hinaus ist alles, was westlich der der Nationalstraße 68 liegt, nach wie vor intakt und zugänglich."
Die TAO hat dort eine neue Route durch das Polleur-Venn konzipiert. "Hier kann man genau so ein Vennerlebnis haben, wie man es dort gefunden hat. Nicht eins zu eins, aber sehr vergleichbar. Und darüber hinaus haben wir weitere Wanderungen, die machbar sind. Von unseren Genusstouren haben wir von 26 aktuell 22, die wie immer und nach wie vor bewanderbar und genießbar sind."
Mit einer längerfristigen Kampagne will die Tourismusagentur gegen die negativen Bilder anarbeiten und die Gäste zurück in die Region holen.
- Alle Wanderrouten und weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Tourismusagentur Ostbelgien
Gaby Zeimers
















