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Schulstart in der DG: Minister Franssen setzt auf Dialog statt Konfrontation

01.09.202616:16
  • DG-Regierung
Bildungsminister Jérôme Franssen
Bildungsminister Jérôme Franssen (Bild Manuel Zimmermann/BRF)

Das neue Schuljahr ist in der Deutschsprachigen Gemeinschaft offiziell angelaufen. Während in den anderen Landesteilen teils heftige Debatten, Streiks oder Rücktrittsforderungen das Bild prägen, blickt die DG auf einen ruhigen Start. Unterrichtsminister Jérôme Franssen führt dies auf die intensive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zurück.

Ganz im Gegensatz zur angespannten Situation in Flandern, wo der Unmut über die dortige Unterrichtsministerin Zuhal Demir groß ist, oder den jüngsten Protesten in der Französischen Gemeinschaft, verlief der Schulstartbesuch von Jérôme Franssen in der Gemeindeschule Recht spürbar harmonisch.

"Ich denke, dass auch hier in den Schulen große Herausforderungen existieren; wir diese aber mit allen relevanten Schulakteuren in Angriff nehmen. Auch wir haben natürlich ein Reformprogramm, dass wir allerdings mit allen Schulakteuren zusammen erarbeiten. Ich glaube, dass das unter Umständen schon einen Unterschied ausmacht, dass hier in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ein Dialog über diese Reformen stattfindet."

Konkrete Verbesserungen für Familien und Personal

Das neue Schuljahr bringt laut Franssen spürbare Entlastungen und Neuerungen mit sich. Neben der Bereitstellung zusätzlicher Mittel zur Senkung der Schulbesuchskosten stehen vor allem neue Bildungsangebote und Zukunftsthemen im Fokus. Dazu zählt unter anderem der neue Studiengang zum Krankenpflegeassistenten an der Autonomen Hochschule sowie ein geplantes Leseförderungsprojekt, um zentrale Basiskompetenzen zu stärken.

"Ich denke, da kann man sagen, dass wir schon im vergangenen Jahr für dieses Jahr beschlossen haben, dass wir die Mittel erhöhen, zur Senkung der Schulbesuchskosten; dass wir an der Autonomen Hochschule einen neuen Studiengang mit dem Krankenpflegeassistenten haben; wir haben vor in diesem Jahr ein Leseförderungsprojekt zu starten. Das halte ich für sehr wichtig, weil gerade Lesen in unserer heutigen Zeit eine sehr wichtige Kompetenz ist."

Weniger Bürokratie und Blick auf KI

Weitere Reformpunkte umfassen die Gleichstellung der Besoldung von Meistern und Gesellen sowie mehr Flexibilität für Sekundarschulen beim Einsatz ihres Stellenkapitals. Letzteres soll Schulleitungen erlauben, Stunden gezielter in Sekretariats- oder Erzieherstellen umzuwandeln. Auf das in ganz Belgien brennende Problem der hohen administrativen Belastung von Lehrkräften angesprochen, räumte Franssen Handlungsbedarf ein: "Ja, das ist mit Sicherheit ein Problem, das existiert und sich auch auf die Unterrichtszeit auswirkt und weniger Zeit dafür existiert. Dementsprechend ist es wichtig, diese Freiheiten zu organisieren. Nicht nur für Lehrer, sondern auch für die Schule."

Auch für künftige Herausforderungen - wie etwa den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) - will das Ministerium Rechtssicherheit und klare Leitlinien schaffen, ohne dabei zentralistisch von oben zu regieren.

Manuel Zimmermann

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