Der Gemeinderat von Büllingen ist nach der Sommerpause mit nur einer Handvoll Punkten in der öffentlichen Sitzung gestartet. Einer dieser Punkte betraf die Bilanzen der drei Sportkomplexe in Büllingen, Rocherath und Manderfeld.
Finanzschöffe Alexander Miesen stellte die Bilanzen vor, die keinen Anlass zur Beanstandung gaben. Dass Büllingen mit einem Minus dastehe, sei keine Überraschung. Das liege daran, dass die erneuerte Sporthalle (mit Dorfsaal) nun wieder offen sei und angespartes Geld sinnvoll angelegt werde.
Auf Rückfrage von René Theissen zog Michael Schmitt als Präsident der Betreiber-VoG "ein durchweg positives Fazit". Die Erwartungen bei der Auslastung würden bei weitem übertroffen, so Schmitt, es gebe schon Reservierungen bis 2034.
Ab der kommenden Woche kommen dann auch die Grundschüler und Sekundarschüler als Nutzer der Sporthalle hinzu. Sie werden für den Weg dorthin die Passerelle nutzen, die laut Schmitt "gut angenommen" wird. Reinhold Adams regte in diesem Zusammenhang an, die Stämme von drei Weidenbäumen, die über die Fußgängerbrücke ragen, zu entfernen. "Die kippen eines Tages", fürchtete Adams, dass die Passerelle oder zumindest deren Geländer dann in Mitleidenschaft gezogen würden.
Bürgermeister Rainer Stoffels sagte, dass der Zusammenhalt der Büllinger Dorfvereine sich durch das gemeinsame Projekt enorm verbessert habe, und er fügte noch hinzu: "Weiter so!"
Neues Streugerät für den nächsten Winter
Beim Holzverkauf am 22. Oktober (im Haus Tiefenbach) wird die Gemeinde Büllingen 12.150 Festmeter Nadelholz anbieten, aufgeteilt in neun Losen.
Mit Blick auf den kommenden Winter schafft die Gemeinde ein neues Streugerät an. Beim ältesten der drei Streugeräte, die bislang in Gebrauch sind, lohne sich die Reparatur nicht mehr, erklärte Andreas Pflips. Die Streugeräte, die an Lastwagen angebracht werden, würden durch das Streusalz stark beansprucht, so Pflips, und unterlägen damit einem hohen Verschleiß. Beim Neuankauf soll gleich ein besseres Gerät angeschafft werden.
Stoffels: Vennbrand und Tornado lehren Demut
Zu Beginn der Sitzung war Bürgermeister Rainer Stoffels auf die vergangenen Wochen eingegangen, "die uns vor allem eins gelehrt haben: Demut".
Beim Großbrand im Hohen Venn seien auch Feuerwehrleute aus Büllingen im Einsatz gewesen, aber auch viele Landwirte, die geholfen haben, Wasser dorthin zu bringen. Das Öffentliche Sozialhilfezentrum habe sich um vorübergehend evakuierte Personen gekümmert.
Kaum habe sich die Lage im Venn etwas beruhigt, habe ein Tornado die Gemeinde getroffen: Ein Wohnhaus wurde halb zerstört, Dächer wurden beschädigt, Bäume entwurzelt. "Wir haben riesengroßes Glück gehabt, dass niemand verletzt wurde."
Stoffels bedankte sich bei Feuerwehr, Bauhof und Gemeindeverwaltung für die rasche Arbeit, auch viele Nachbarn hätten spontan ihre Hilfe angeboten. Er nutzte die Gelegenheit, Männer und Frauen einzuladen, sich als freiwillige Feuerwehrleute zu engagieren.
Theissen: "Spielwald" als Alternative bei Hitze
In der Fragestunde griff auch René Theissen die extremen Temperaturen dieses Sommers auf. Die Beschäftigung mit seinen Enkeln habe ihm gezeigt, dass es auf manchen Spielplätzen in der prallen Sonne zu heiß gewesen sei, der Wald mit seinem besonderen Klima aber eine gute Alternative geboten habe. Er regte an, gegebenenfalls gemeindeeigene Waldabschnitte als "Spielwald" zur Verfügung zu stellen.
Rainer Stoffels griff den Vorschlag in einer ersten Reaktion als interessante Anregung auf. So oder so war man sich im Gemeinderat einig, dass schattenspendende Bäume bei solchem Wetter unerlässlich seien. Das habe sich auch an der guten Nutzung des Spielplatzes in Büllingen gezeigt, bescheinigte Michael Schmitt.
Stephan Pesch