Die Lage am Donnerstagmorgen ist laut René Dahmen, Forstamtsleiter in Elsenborn, deutlich entspannter als an den vergangenen Tagen. Die starken Regenfälle haben die Situation verbessert und dazu beigetragen, dass das Feuer inzwischen eingegrenzt werden konnte. Unter Kontrolle ist der Brand allerdings noch nicht.
Eine Drohne mit Wärmebildkamera hat am Donnerstagmorgen erneut das Brandgebiet überprüft und insbesondere im Nordosten weiterhin Glut festgestellt. Dieser Bereich gilt deshalb als besonders gefährlich. Dort sollen die Hubschrauber zunächst gezielt Wasser abwerfen. Weitere Drohnen- und Hubschrauberflüge sollen zeigen, an welchen Stellen sich noch andere problematische Glutnester befinden.
Auch die Arbeiten an den Brandschneisen und Zufahrtswegen gehen weiter. Entlang der Hauptachsen müssen zahlreiche Bäume gefällt werden, da ihre durch das Feuer beschädigten Wurzeln die Bäume instabil machen und sie jederzeit umstürzen können. Die entsprechenden Arbeiten im Osten sind inzwischen abgeschlossen. Ein wichtiger Weg, der durch umgestürzte Bäume blockiert war, konnte ebenfalls wieder freigeräumt werden. Während des Regens waren auch zwei Einsatzfahrzeuge von den Wegen abgekommen und hatten diese blockiert, die Situation konnte inzwischen wieder gelöst werden.
Zusätzlich werden mit einem Bagger auf einer Breite von sechs bis acht Metern Vegetation und Bewuchs zur Seite geschoben (Abplaggen), um weitere Schneisen zu schaffen. Von einer geplanten neuen Abplaggschneise von rund zwei Kilometern sind bislang etwa 500 bis 600 Meter fertiggestellt. Ob die Arbeiten nach dem Regen problemlos fortgesetzt werden können, soll im Laufe des Tages geprüft werden. Ein weiterer wichtiger Weg, auf dem zwei schwere Fahrzeuge zwei Tage lang festsaßen, soll ebenfalls wieder befahrbar gemacht werden.
Obwohl der Brand mittlerweile eingegrenzt ist, steht die Einsatzleitung noch vor einer großen Herausforderung. Insgesamt sind rund 3.300 Hektar von dem Feuer betroffen, wobei nicht die gesamte Fläche verbrannt ist. Die Feuerfront beziehungsweise der gesamte betroffene Perimeter erstreckt sich über fast 27 Kilometer. Deshalb können nicht überall gleichzeitig Einsatzkräfte vor Ort sein. Mithilfe von Drohnen und Hubschraubern sollen entlang des gesamten Perimeters weitere Glutnester aufgespürt und gezielt bewässert werden, damit sich daraus kein neuer Brand entwickelt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt außerdem zwei aktiven Hochmoorflächen. Das Feuer ist über diese Bereiche hinweggezogen, allerdings ist noch unklar, ob es dort im Torf weiterglimmt. Deshalb könnten auch diese Flächen zu den Prioritäten der Einsatzleitung gehören. In einer Lagebesprechung soll festgelegt werden, welche Bereiche im weiteren Tagesverlauf zuerst kontrolliert und gegebenenfalls mit Wasser aus den Hubschraubern behandelt werden.
Radio-Interview mit René Dahmen im Player:
Olivier Krickel