Auf der Baumplantage Pascal Duveau und Radis Radermacher ist kein Fleckchen Schatten zu finden. Auf dem Feld bei Thimister stehen 6.480 Tannen. 2.500 wachsen hier seit drei Jahren, die anderen erst seit zwei oder einem Jahr.
Geht man über das Feld, fällt auf: Vor allem die jungen Bäume haben es aktuell schwer. Das sieht man sehr deutlich, wenn sich ihnen nähert. "Die lassen die Flügel hängen, die Nadeln fallen und die ändern die Farbe von grün zu gelb und rot. Dann ist es so weit und da steckt kein Leben mehr drin", erklärt Pascal Duveau.
Die Trockenheit ist akut. Regnet es in den nächsten Wochen nicht, wird der Ausfall auf dem Feld zunehmen. Vor allem die jungen Bäume haben noch nicht ausreichend tiefe Wurzeln gebildet. "Die Nordmanntanne ist ein Pfahlwurzler", erklärt Duveau. "Die älteren Bestände wurzeln also deutlich tiefer als die Junganpflanzungen. Dementsprechend haben die älteren es noch ein bisschen einfacher. Noch."
Denn auch da kann sich die Situation noch ändern, wenn nicht bald Wasser von oben kommt. Apropos Wasser: Eine so große Fläche künstlich bewässern kam bisher für die beiden Landschaftsgärtner nicht in Frage, trotzdem machen sie sich Gedanken für die Zukunft. "Die Gedanken hat man natürlich. Allerdings ist der Aufwand relativ groß und aufwendig."
"Man kann hier nicht mit Tropfbewässerung arbeiten, weil es eine Zehn- oder Zwölf-Jahreskultur ist und dementsprechend großer Aufwand. Mit einem Fass bewässern ist auch schwierig, weil man die Menge an Wasser organisieren muss." Und wer einmal angefangen habe zu bewässern, der müsse das durchziehen, so Duveau.
Zwischen sieben und 14 Jahre steht so eine Tanne auf dem Feld, bis sie geschlagen und als Weihnachtsbaum verkauft wird. Die angespannte Lage aktuell werden auch die Verbraucher Ende des Jahres zu spüren bekommen, schließlich müssen Ausfälle irgendwie kompensiert werden. "Es wird ausgeglichen, die Tendenz ist jetzt schon, dass weniger Bäume auf dem Markt sind. Wir hoffen, dass die Preise so wenig wie möglich anziehen, aber sie werden sehr wahrscheinlich anziehen."
Von den Junganpflanzungen der letzten beiden Jahre werden es wohl zwischen 15 und 20 Prozent nicht schaffen - davon geht Duveau aus. Diese Bäume werden dann auch in einigen Jahren auf dem Markt dann fehlen.

Lena Orban


