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Grand Théâtre von Verviers: Noch zwei Jahre bis zur Wiederöffnung

14.08.202610:36
  • Verviers
Außenansicht des eingerüsteten Gebäudes
Bild: Simonne Doepgen/BRF

Seit über zehn Jahren ist es geschlossen, doch die Wiedereröffnung des Grand Théâtre von Verviers rückt näher. Ein Theater im italienischen Stil. Eröffnet 1892 als europaweit eines der modernsten Häuser seiner Art. Lange hat es gedauert, bis sich die Stadt Verviers durchgerungen hat, das Juwel zu restaurieren. Doch nun schreiten die Arbeiten voran.

Wir reisen zurück in das Verviers des 19. Jahrhunderts. Der Architekt Charles Thirion lässt den Theater-Palast im neo-klassischen Stil errichten. "Zu dieser Zeit ist Verviers die zweitreichste Stadt Belgiens. Es gibt Antwerpen, Verviers und erst dann kommen alle anderen Städte", erklärt der Kulturschöffe von Verviers, Jean-François Chefneux.

Mehr als 120 Jahre wird das Grand Théâtre bespielt. Das Vervierser Haus ist größer als die Monnaie in Brüssel oder das Theater in Namur. Doch 2015 erfolgt dann ein abruptes Ende: Schwere Deckenteile lösen sich und das Gebäude wird gesperrt.

Seit drei Jahren nun laufen die Renovierungsarbeiten. "Wir haben jetzt mehr als die Hälfte der vorgesehenen Arbeitszeit geschafft. Und es geht sehr gut voran. Und in zwei Jahren können wir uns hier treffen und eine der modernsten Bühnen Belgiens sehen", ist der Kulturschöffe Chefneux zuversichtlich.

Jeden Tag werkeln hier mindestens 40 bis 50 Menschen. Der auf Restaurierungen spezialisierte Bau-Riese Denys ist federführend bei den Arbeiten. Fast 50 Millionen Euro werden hier verbaut. Dabei orientieren sich die Arbeiten detailgenau an den historischen Vorgaben.

Hin und wieder kommen vergessene Details wieder zum Vorschein: so wie ein historischer Spiegel, der lange verbaut war. Nun wurde er offengelegt. Durch den Spiegel können die Gäste einen diskreten Blick ins Foyer werfen, ohne selbst gesehen zu werden.

Außenansicht des Gebäudes
Bild: Simonne Doepgen/BRF
Treppenaufgang im Foyer
Bild: Simonne Doepgen/BRF
Jean-François Chefneux mit Schutzhelm auf der Baustelle, neben einer Absperrung
Kulturschöffe Jean-François Chefneux (Bild: Simonne Doepgen/BRF)
Blick von unten nach oben in Richtung Kuppel, ein Gerüst-Geflecht bestimmt das Bild
Bild: Simonne Doepgen/BRF

Das Herzstück des Theaters ist natürlich der Theatersaal. Bis zu 1.000 Sitzplätze wird der renovierte Saal fassen. Ausgestattet ist er mit neuester Technik. Unter anderem mit beweglichen Elementen, die nach Bedarf den Saal vergrößern oder verkleinern. Damit nicht genug: Neben dem historischen Teil ist ein Neubau entstanden. Mit viel Glas und einem zweiten Saal.

"Diese beiden Bühnen werden entweder zusammen funktionieren. Zum Beispiel durch Vorführungen bei denen das Publikum auf beiden Seiten sitzen kann. Oder wir öffnen alles. Zum Beispiel für große Empfänge", sagt Jean-François Chefneux. Natürlich sollen die beiden Bühnen auch unabhängig voneinander funktionieren. Und das sogar im Parallelbetrieb.

Und so hofft die Stadt Verviers, dass das neue Theater an alten Glanz anknüpfen kann. Das Potential ist da. 2028 soll es so weit sein.

Deckengemälde zeigt ein engelähnliches Wesen mit Flügeln
Bild: Simonne Doepgen/BRF
Gerüst im Inneren des Theatersaals
Bild: Simonne Doepgen/BRF
Sitzbänke im Zuschauerraum rechts, links daneben Gerüst
Bild: Simonne Doepgen/BRF
Im Inneren des Theatersaals sind historische Balkone und Logen
Bild: Simonne Doepgen/BRF
Gerüst auf der Baustelle
Bild: Simonne Doepgen/BRF
Untergeschoss der Baustelle, Teile der Lüftungsanlage sind dort gelagert
Bild: Simonne Doepgen/BRF

Simonne Doepgen

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