Eine wichtige Rolle spielen dabei die ehemaligen Feuerwachtürme in Hattlich bei Eupen und in Botrange. Früher hielten dort Ehrenamtliche Ausschau nach Rauch und möglichen Waldbränden. Heute werden die Türme nicht mehr für die klassische Brandbeobachtung genutzt.
"Wir gehen davon aus, dass mittlerweile sehr viele Touristen zu jeder Tages- und Nachtzeit unterwegs sind. Bei jedem Brand oder jeder Beobachtung, die gemeldet wird, können wir entsprechend intervenieren. Von daher ist die Benutzung der Türme heute fast schon überflüssig geworden", erklärt Förster Frank Dandrifosse.
Künstliche Intelligenz erkennt Rauch
Ganz ausgedient haben die Türme dennoch nicht. Im Rahmen des Interreg-Projekts Hawkeye, das die Hilfeleistungszone der DG gemeinsam mit der Hilfeleistungszone WAL und der Stadt Aachen umsetzt, werden auf den Türmen spezielle Kameras installiert.
Diese arbeiten mit Künstlicher Intelligenz und sollen Rauch frühzeitig erkennen. Dabei unterscheiden sie zwischen tatsächlichen Rauchwolken und anderen Erscheinungen wie Staub, der beispielsweise von landwirtschaftlichen Maschinen aufgewirbelt wird.
Nach ihrer vollständigen Inbetriebnahme im kommenden Jahr sollen die beiden Kameras rund 80 Prozent der Fläche des Hohen Venns überwachen.

Drohnen sollen schneller zum Einsatz kommen
Wird ein möglicher Brand erkannt, rückt zunächst ein Drohnenteam aus. Mithilfe von Wärmebildkameras wird überprüft, ob tatsächlich ein Feuer ausgebrochen ist und wie groß der Brandherd ist.
Künftig sollen Drohnen noch flexibler eingesetzt werden. Geplant ist, Einsatzfahrzeuge mit Drohnensystemen auszustatten, die direkt vor Ort gestartet und auch aus der Ferne gesteuert werden können.

Einheitliche Karten für die Feuerwehr
Neben der Früherkennung arbeitet die Hilfeleistungszone gemeinsam mit den Forstämtern auch an einer neuen Kartierung der Waldgebiete. Ziel ist eine belgienweit einheitliche Einsatzkarte, die den Feuerwehren die Orientierung im Gelände erleichtert.
Die Karten sollen unter anderem genaue Zufahrtswege, Einsatzpunkte und wichtige Geländedaten enthalten. So können Einsatzkräfte Brände schneller lokalisieren und ihre Fahrzeuge besser koordinieren.
Viele der eingesetzten Methoden orientieren sich an den Erfahrungen der französischen Feuerwehren, die seit Jahren regelmäßig gegen große Vegetationsbrände kämpfen. Langfristig könnte die Waldbrandüberwachung zudem durch Satellitentechnik ergänzt werden, sobald diese flächendeckend einsatzbereit ist.
Robin Emonts