Treffpunkt an der Grillhütte Heppenbach, der örtliche Verschönerungsverein ist stark vertreten an diesem heißen Morgen. Es sind Männer und Frauen, die ehrenamtlich für ihr Dorf anpacken. Die Hütte selbst wurde mal Anfang der 1990er Jahre gebaut und vor gar nicht langer Zeit um einen neuen Küchenbereich erweitert - alles in Eigenarbeit.
"Die Grillhütte ist etwa 40 Mal im Jahr vermietet. an alle möglichen Vereine, Familienfeiern. Also wirklich für private Feste wie aber auch Firmen, die eventuell da ein kurzes Meeting machen wollen. Die Grillhütte ist unsere Haupteinnahmequelle", sagt Patrick Johanns, der Präsident des Verschönerungsvereins Heppenbach. 16 Mitglieder zählt der Verein insgesamt: Von Anfang 30 bis Anfang 80. Viele von ihnen haben auch am neuesten Projekt mitgearbeitet.
Rund zwei Kilometer Fußmarsch liegt sie von der Grillhütte entfernt, die Bank in Übergröße - eingeweiht im Mai und bei Wanderern bereits ein beliebter Ort für ein Päuschen. "Bei schönem Wetter sitzen meistens Leute drauf, die hier vorbeigehen. Man kann eine kleine Wanderung zur Bank machen - und man kann eine große machen und sich hier ausruhen, die Aussicht genießen", erklärt René Roth, Mitglied im Vorstand und in der Arbeitsgruppe.
Mehrere Monate waren es beim Bank-Projekt von der Idee bis zur Umsetzung - unter tatkräftiger Mithilfe der Männer vom Fach innerhalb der Arbeitsgruppe des Verschönerungsvereins. "Als Erstes haben wir eine Skizze von der Bank gemacht mit den Maßen: Wie hoch soll sie sein, wie breit, wie lang? Und dann haben wir ausgerechnet, was wir an Holz brauchen. Das haben wir dann in der Sägerei bestellt", erklärt Roth. "Unsere Bauarbeiter, die wir in der Arbeitsgruppe haben, haben dann dafür gesorgt, dass wir stabile Sockel haben, wo die draufstehen konnten. Und dann haben wir uns drangegeben."
Ehrenamt: Soziale Kontakte und Einsatz für die Heimat
Das Ehrenamt gerade in dörflichen Regionen sei wichtig, um soziale Kontakte zu knüpfen, aber in diesem Fall eben auch um die Heimat schöner zu machen, findet Patrick Johanns. Doch Mitmenschen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu gewinnen, sei nicht so einfach. "Wir haben versucht, junge Leute reinzubringen. Man sieht es bei uns: Die Arbeitsgruppe an sich, da wird das Durchschnittsalter irgendwo bei 65 plus sein. Also, es sind hauptsächlich Pensionäre in der Arbeitsgruppe. Im Vorstand sieht es schon ein bisschen anders aus: Ich bin der Zweitjüngste, wir haben noch eine Kollegin, die 32 Jahre alt ist."
Eine Mischung aus Jugend und Erfahrung ist es also, die für Heppenbach bereits die nächsten Projekte im Hinterkopf hat. Unter anderem will man sich dem Eingangsbereich des Dorfes annehmen. Johanns: "Wir wollen den Eingang insgesamt ein bisschen schöner präsentieren, damit Touristen und Einheimische den Dorfeingang als schöner empfinden."
Aber auch ein Projekt um einen alten Brunnen könnte der Verschönerungsverein Heppenbach angehen. "Um diesen etwas hervorzuheben", so der Präsident. "Das ist ein extrem kaltes Wasser, was dort fließt." Der Brunnen sei früher genutzt worden, um dort Butter zu waschen, sagt er. Der Verein kümmert sich aber auch um die Instandhaltung des Waldlehrpfades, für den unter anderem eine neue Beschilderung vorgesehen ist.
Und dafür soll wieder angepackt werden - ehrenamtlich versteht sich, wie bei der Bank in Übergröße. Angestoßen wurde darauf an Ort und Stelle ganz zünftig mit einem Schnäpschen - und bei bester Aussicht.
Moritz Korff





