Es duftet in der Küche des X-Dream. Astrid Heeren-Hellmann bekocht rund 25 Jugendliche – für sie längst Routine. Seit rund 20 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Jugendtreff und steht inzwischen als Präsidentin an dessen Spitze. Besonders schätzt sie dabei, "dass ich vor allen Dingen jung bleibe. Ich habe mein ganzes Leben lang mit Kindern gearbeitet. Ich habe auch rund 24 Jahre davor in der Schule gearbeitet. Da habe ich auch immer die Kinder um mich herumgehabt. Da bleibt man einfach jung – auch im Kopf."
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Astrid Heeren-Hellmann viele Kinder und Jugendliche kommen und gehen sehen. Einige bleiben dem Jugendtreff jedoch deutlich länger verbunden. Murad Beterbiev ist dazugestoßen und hilft Astrid in der Küche. Er ist damals mit 16 Jahren in den Jugendtreff hineingeschneit – heute ist er 36. "Wenn Astrid nicht hier wäre, dann wäre alles viel schwerer. Sie erinnert uns ständig an Sachen und sagt uns oft, wie etwas zu funktionieren hat. Darüber hinaus macht unsere Astrid die besten Spaghetti Bolognese."
Seit einigen Tagen ist eine Jugendgruppe aus Kanada zu Gast im X-Dream. Gemeinsam mit den Jugendlichen aus Eupen haben sie bereits mehrere Ausflüge unternommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Auf dem Programm standen unter anderem das War Museum in Bastogne und der Amerikanische Soldatenfriedhof in Aubel.
Thomas Roberge vom Québecer Jugendhilfswerk "Les Œuvres Jean Lafrance" freut sich vor allem darüber, wie schnell seine Jugendlichen Kontakte geknüpft haben und wie intensiv der kulturelle Austausch ist. Trotz der langen Anreise habe sich die Reise mehr als gelohnt, findet auch Athuan Lacroix Cano, einer der Schützlinge von Roberge. Ihm gefallen besonders die Offenheit der Ostbelgier und der herzliche Empfang.
Ob aus Kanada oder aus Eupen – die Türen des X-Dream stehen allen Jugendlichen offen. Das hat auch Rinesa Makolli selbst erlebt. Früher kam sie hierher, um ihre Freizeit mit Freunden zu verbringen. Heute begleitet sie als Ehrenamtliche die nächste Generation. "Für mich ist es wichtig, dass die Jugendlichen eine offene Tür haben, so wie ich sie damals hatte. Darüber hinaus habe ich sehr viel Freude daran, mit Jugendlichen zu arbeiten. Das macht mich glücklich", erzählt Rinesa Makolli.
Marie-Claire Hellmann hat Rinesa damals für die Arbeit im Jugendtreff begeistert. Sie selbst arbeitet seit inzwischen 40 Jahren mit Jugendlichen zusammen und ist fest beim X-Dream angestellt. Gemeinsam mit Astrid Heeren-Hellmann prägt sie den Jugendtreff seit vielen Jahren.

Genau diese familiäre Atmosphäre ist für beide das Herzstück des Jugendtreffs, erklärt Astrid. "Die fühlen sich hier wie zuhause. Das soll ja auch so sein. Hier gibt es auch keine ständigen Verbote. Davon haben sie zuhause schon genug. Hier können sie abhängen, spielen und sich einfach frei bewegen. Das ist genau das, was wir auch haben wollen."
Zum 1. Oktober endet allerdings eine Ära: Sowohl Präsidentin Astrid Heeren-Hellmann als auch die langjährige Mitarbeiterin Marie-Claire Hellmann werden den Jugendtreff verlassen. Ganz aufhören wollen beide aber nicht – ehrenamtlich möchten sie sich weiterhin engagieren. Wer ihre Aufgaben künftig übernimmt, steht noch nicht fest.

Dogan Malicki




