Am frühen Nachmittag treffen die Ehrenamtlichen noch in zivil in der Residenz ein. Wenige Minuten später verwandeln sie sich in ihre Clownsfiguren: Püppi, Pupalina, Stella und Ulla. Kaum betreten sie die Cafeteria, wird erzählt, gelacht und gesungen. Schnell entstehen Gespräche und herzliche Begegnungen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.
Für Dr. Angelika Matulla, die als Cliniclown Ulla unterwegs ist, geht es dabei vor allem darum, die Menschen dort abzuholen, wo sie gerade stehen. "Wenn man es schafft, den Bewohner abzuholen, da, wo er sich gerade befindet, das ist schön, wie sehr sich die Menschen darauf einlassen. Es gibt so magische Momente. Ich glaube, ich kann gar nicht beschreiben, was das mit einem macht. Eigentlich nehmen wir mehr mit, als wir hier hineinbringen."
Die Besuche bestehen längst nicht nur aus kleinen Scherzen. Die Clowns hören zu, singen gemeinsam mit den Bewohnern, nehmen sich Zeit oder sitzen einfach schweigend an ihrer Seite. Gerade in Pflegeheimen oder auf Demenzstationen entstehen dabei oft ganz besondere Augenblicke.
An einen dieser Augenblicke erinnert sich Matulla noch heute besonders gut. Damals besuchte sie gemeinsam mit ihrer Clownspartnerin eine Bewohnerin mit einer weit fortgeschrittenen Demenz, die zunächst überhaupt nicht reagierte. Während ihre Kollegin Ukulele spielte, setzte sich Matulla behutsam zu der Frau. "Auf einmal drehte sie sich zu mir um und sagte: 'Du bist so nett.' Das heißt, wir haben es geschafft, sie für einen ganz kurzen Moment aus dieser Demenz herauszuholen. Solche Momente erleben wir häufig – und das ist echt."
Insgesamt engagieren sich derzeit 34 ehrenamtliche Cliniclowns in Ostbelgien. Neben den Seniorenheimen besuchen sie regelmäßig auch die Geriatrie und die Kinderstationen der Krankenhäuser. Da die Nachfrage groß ist, sucht der Verein ständig nach neuen Ehrenamtlichen, die bereit sind, die Ausbildung zum Cliniclown zu absolvieren.
Auch in der Residenz Leoni vergeht der Nachmittag viel zu schnell. Nicht alle Bewohner können besucht werden. Doch mit einem Lied, einer selbst gemalten Karte oder einer kleinen Blume gelingt es den Clowns, vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. In einem Monat kehren sie zurück – für neue Begegnungen und vielleicht den nächsten magischen Moment.
Robin Emonts