Das neue wallonische Walddekret stößt bei den ostbelgischen Regionalabgeordneten Freddy Mockel von Ecolo und Patrick Spies von der PS auf Kritik. Zwar erkennen beide die gesteckten Ziele der Reform grundsätzlich an, sehen aber erhebliche Probleme bei der Umsetzung.
Der Ecolo-Abgeordnete Freddy Mockel warnt vor einer Schwächung der Forstverwaltung. Er kritisiert den Personalmangel und Pläne, Aufgaben wie Naturschutz, Jagd und Forstwirtschaft auf verschiedene Verwaltungen aufzuteilen. Gleichzeitig solle die Forstverwaltung durch das neue Dekret zusätzliche Aufgaben übernehmen.
Mockel spricht von einem "Hohn und Zynismus". Kritik übt er auch an der zuständigen Ministerin Anne-Catherine Dalcq. Sie habe sich aus seiner Sicht nicht ausreichend hinter die Forstverwaltung gestellt und keine zusätzlichen Mittel eingefordert.
Auch der PS-Abgeordnete Patrick Spies hält das Dekret für unzureichend. Ihm fehlt vor allem eine langfristige Strategie für die Zukunft der Wälder. "Wer einen Wald bewirtschaftet, denkt nicht in Legislaturperioden, sondern in Generationen", so Spies. Er fordert deshalb eine umfassende Waldstrategie, die festlegt, wie die Wälder klimaresistenter werden und welche Baumarten künftig gefördert werden sollen.
Auch Spies fordert, die Forstverwaltung personell zu stärken, damit die neuen Vorgaben umgesetzt werden können. Die gesamte Opposition im wallonischen Parlament hatte gegen das Dekret gestimmt.
mitt/la