Nathalie aus der Weserstraße möchte anonym bleiben. An die Flut erinnert sie sich jedoch bis heute ganz genau. Die Ereignisse hätten sie damals traumatisiert, erzählt sie. Heute könne sie den Geschehnissen aber auch etwas Positives abgewinnen. Man habe aus der Katastrophe gelernt, sagt sie. Gleichzeitig dürfe man die Flut nicht vergessen - auch wenn Menschen dazu neigten, mit der Zeit zu verdrängen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt in der Nachbarschaft: "Ich weiß nicht, war es am nächsten Morgen, oder zwei Tage später? Da sahen wir Gartenmöbel im Garten halt. Ich gehe davon aus, genau, es war am nächsten Morgen. Und ich dachte, super, die Gartenmöbel sind noch da, aber das sind gar nicht meine. Und dann hat jeder seine Gartenmöbel, also die Gartenmöbel, die er in seinem Garten vorfand, an die Straße gestellt."
"Und wir haben hier unter uns Nachbarn angefangen zu tauschen. 'Du hast meinen Stuhl, ich hab deinen'. Ich weiß noch, dass ein Nachbar sogar die Kleider von der Nachbarin bei sich im Garten hatte. Als wir Tage später hier an der Weser vorbeigehen, sahen wir in einem Baumwipfel etwas Farbliches und stellten fest: Das ist ja unsere Jacke."
Das Gespräch mit Nathalie zum Nachhören (in drei Teilen) im Player:
Julia Slot