Als Generalsekretär Hermann-Josef Bernrath am Morgen nach der Flut das Eupener Kabelwerk betrat, bot sich ihm ein Bild der Verwüstung. "Das war eine Katastrophe. Da habe ich gedacht: Da kommen wir nicht mehr raus", erinnert er sich. Doch schnell sei klar gewesen, dass nur eines helfe: "Man gibt sich einfach dran, Stück für Stück."
Entscheidend für den Wiederaufbau sei die große Solidarität gewesen. Viele Mitarbeiter sowie Helfer aus dem Unternehmen und dem Umfeld packten mit an. "Das ist eigentlich das, was bei mir hängengeblieben ist", sagt Bernrath.
Auch wenn das Werk inzwischen wieder vollständig arbeitet, sind die Erinnerungen an die Flut geblieben. "Ich habe die Bilder noch im Kopf", erzählt Bernrath. Er selbst leide zwar nicht darunter, wisse aber, dass einige Mitarbeiter die Ereignisse bis heute nicht verarbeitet hätten.
Der Wiederaufbau dauerte rund zwei Jahre. Maschinen mussten instand gesetzt, Kunden zurückgewonnen und der Betrieb Schritt für Schritt wieder hochgefahren werden. Zwar erhielt das Unternehmen finanzielle Unterstützung von der Wallonischen Region, dennoch musste das Kabelwerk selbst erhebliche Summen investieren. "Das, was wir verdient haben, haben wir direkt wieder reingesteckt in die Fabrik", sagt Bernrath.
Dass die Flut mitten in die dreiwöchige Sommerpause des Unternehmens fiel, habe Schlimmeres verhindert. Während der Betriebsferien ruhte die Produktion, sodass sich keine Mitarbeiter in den betroffenen Produktionsbereichen aufhielten.
Heute ist der Wiederaufbau abgeschlossen. "Nach fünf Jahren drehen wir wieder. Die Aufträge sind auch gut zurück", sagt Bernrath. Das Unternehmen befinde sich heute wieder "in einem guten Stand".
Robin Emonts