Fünf Jahre später erinnert sich Karsten Brandt noch gut an die damalige Wetterlage: "Wir konnten das relativ gut früh sehen und konnten warnen. Ich kriege immer noch ein Gänsehaut, wenn ich daran denke. Wir haben versucht, auch hier im BRF zu erklären, was da auf die Menschen zukommt."
Im Nachhinein frage er sich manchmal, ob er genug getan habe und die richtigen Worte gewählt habe: "Ich sage die Dinge, so wie ich sie sehe. Wenn ich meine, das ist eine gefährliche Lage, dann warne ich davor. Das habe ich damals schon so gemacht und das mache ich auch heute so."
Meteorologen seien auch manchmal überfordert, so Brandt. Dann müsse auch die Politik und andere, die für den Katastrophenschutz zuständig seien, sich mit einschalten, damit jeder entsprechend gewarnt werde.
"Ich bin Meteorologe geworden, um Menschen zu warnen. Das war mein Berufsziel: Menschenleben zu retten und Dinge erkennen, die andere vielleicht nicht sehen", sagt der Wetterexperte.
Seit der Flut habe sich auf technischer Ebene schon viel verändert. Man überlege, wie Regenmengen abgefangen werden können. Wie macht man Bäche und Flüsse sicher? In der Politik sei da noch viel Luft nach oben - was alle Wetter-Extreme angeht, so Brandt.
"Unsere gewählten Politiker sind dafür da, uns durch solche Notlagen zu führen. Das können nicht wir Wetterleute. Die Politiker müssen sich vor die Bevölkerung stellen und überlegen, wie man Menschen vor extremen Flutereignissen schützt."
Radio-Interview mit Karsten Brandt im Player:
Lena Orban
Ich kann mich noch sehr gut an seinen Wetter Kommentar vor der Flut erinnern, es war nicht übertrieben und genau zutreffenden. Leider haben viele Verantwortliche nicht so reagiert.