Hochwasserschutz geht uns alle an. Dementsprechend groß ist das Interesse der Spaziergänger. Viele waren selbst Betroffen, jetzt wollen sie sehen, was im Eupener Ortsteil Nispert für den Wasserschutz geplant ist.
Für den Naturpark Hohes Venn-Eifel und den Flussvertrag Weser gibt es beim Hochwasserschutz einen klaren Favoriten: "Wir haben heute über naturbasierte Lösungen gesprochen. Dabei geht es darum, eine Reihe von Maßnahmen umzusetzen - auf landwirtschaftlichen Flächen, in Wäldern oder auf bebauten Flächen in den Städten. Das ermöglicht dem Wasser, dort zu versickern, wo es aufkommt", erklärt Marie Heymans vom Flussvertrag Weser.
Erstes, konkretes Beispiel: der Siepebach an seiner Mündung in den Stadt- oder Haasbach. Aktuell ist dort eine Betonautobahn. Ab August sollen diese Bäche mehr Platz bekommen. Dazu werden unter anderem Teiche gegraben und Teile des Bachs offen gelegt.
"Viele Menschen denken, dass man den Fluss ausbaggern muss, um die Umgebung vor Hochwasser zu schützen. Tatsächlich baut man so aber nur eine neue Wasserautobahn, auf der das Wasser einfach schnell weiter fließt. Wir wollen dem Wasserlauf selbst mehr Platz geben. Er soll sich ausbreiten können. So kann man die Fließgeschwindigkeit senken und die Folgen von Starkregen abfedern", erklärt Heymans.
Als Bonus helfen solche Maßnahmen auch gegen Trockenheit, sind gut für die Artenvielfalt und kosten wenig, aber "es ist wichtig, sich nicht auf kleine Details zu beschränken, kleine Bereiche zu schützen, sondern das Gebiet als Ganzes zu betrachten. Und dazu ist es wichtig, erstmal nach solchen Ereignissen - auch wenn es schwer ist und emotional - einen Schritt zurück zu gehen und das Ganze mal grundlegend zu analysieren", fügt Philippe Laschet vom Naturpark Hohes Venn Eifel hinzu.
Diese Analyse wurde gemacht. Zur Vorbereitung der Maßnahmen wurde das Einzugsbecken der Weser - also alle Bäche, die in den Fluss münden - auf dem Computer nachgebaut. Das Modell kann jetzt simulieren, wo welche Lösung welchen Effekt erzeugt.
Philippe Laschet versteht, dass fünf Jahre bis zur Umsetzung lang erscheinen. "Das dauert natürlich. Vielleicht für manche zu lange und deshalb finde ich es auch sehr, sehr wichtig, dass das jetzt auch in die Gänge kommt und das man die richtigen Maßnahmen umsetzt."

Der Spaziergang zeigt die Bandbreite der Möglichkeiten, die die Natur widerstandsfähiger machen. Alles zielt darauf ab, dass der Boden Wasser besser aufnehmen kann. Dazu werden Hecken gepflanzt, Feuchtgebiete restauriert, Mähtraktoren durch Schafe ersetzt und Tümpel geschützt.
"Ich hoffe, dass das jetzt auch umgesetzt wird und wir etwas gelassener leben können. Bisher habe ich immer noch Herzklopfen wenn es regnet", erklärt eine Teilnehmerin. Ein anderer fügt hinzu: "Mich hat am meisten überrascht, das man am Ende immer wieder auf sehr einfache, elementare Lösungen zurück fällt. Gesunder Menschenverstand eigentlich".
Drei Kilometer durch Parks und Wiesen geben einen guten Einblick in das Puzzle, dass die Oberstadt besser schützen soll. "Vielen ist heute bewusst, dass Hochwasserschutz nötig ist. Was noch fehlt ist das Bewusstsein, dass der Klimawandel auch Wassermangel verursachen wird", meint Marie Heymans.
Deshalb ist Aufklärung wichtig: Gegen das Vergessen und um nächstes Mal besser vorbereitet zu sein. In den kommenden Wochen sollen daher weitere Spaziergänge zum Thema Wasser in den Gemeinden im Norden der DG stattfinden. Sobald die Daten festgelegt sind, werden sie auf der Seite des Naturparks Hohes Venn - Eifel veröffentlicht.
Anne Kelleter










