"Das finde ich super, dass sie mal zu uns ins Ösling raufkommen", findet eine Frau aus Ulflingen. Denn das sei gar nicht so selbstverständlich: "Die suchen sich ein paar Kantone raus, aber gehen nicht in die zwölf Kantone. Wir haben das Glück, dabei zu sein."
Etwas weiter ergänzt ein Mann: "Ich finde es sehr schön, dass sie nicht immer in die größten und schönsten Städte gehen, sondern sich auch mal so eine ländliche Gemeinde aussuchen."
Hoher Besuch bringt aber notgedrungen auch ein paar Einschränkungen mit sich, wie eine mehrstündige Sperrung der Durchgangsstraße. "Also ich bin die Inhaberin von der Apotheke und ich musste jetzt zumachen. Es ist schön, aber es ist auch gut, dass er jede nicht Woche kommt, sag ich mal."
Zusammenarbeit im Ösling
Jedenfalls zeigte sich die Gemeinde Ulflingen von ihrer besten Seite und mit ihr das ganze Ösling oder Éislek, wie es hier heißt. "Wir haben sehr viel zu bieten, touristisch und allgemein wirtschaftlich", sagt Bürgermeister Edy Mertens. "Eine Zeit lang wurden Arbeitsplätze abgebaut. Und jetzt läuft das
Ganze wieder viel, viel besser, nachdem interkommunale Zweckverbände gegründet wurden wie SICLER für den Kanton Clerf. Wir schauen, dass wir Betriebe kriegen für unser Industriegebiet. Und wir haben ein riesiges touristisches Angebot mit über 20 Radwegen, Trails, einem Campingplatz ..."
Diese Zusammenarbeit schließt auch die Gemeinden auf der anderen Seite der belgisch-luxemburgischen Grenze ein: Neben Gouvy ist auch Burg-Reuland bei der "Joyeuse Entrée" vertreten, durch Bürgermeister Alain Stellmann und seine Schöffen. Er schätzt die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit "mit Weiswampach, mit Troisvierges, mit Clervaux, aber auch mit Gouvy natürlich unter den fünf Eifelgemeinden und den vier aus dem Norden. Es ist ein Traum."
Pfadfinder und Ginsterkönigin
Bei seinem Besuch begegnete das Großherzogspaar nicht nur Vertretern aus der Politik. Guillaume V. hat sich ganz nach dem Vorbild seines Großvaters Jean immer schon sehr für die Pfadfinder interessiert, wie dieses junge Mädchen bestätigt: "Da er ja immer noch Chefscout bei uns ist, hat er uns begrüßt und gefragt, wer wir sind, für welche Gegend wir zuständig sind, wie viele wir sind und er hat uns gelobt für unser Engagement."
Und dann gab es zum Abschluss des Besuchs, der sogar etwas länger dauern durfte als geplant, noch ein Gruppenbild mit einem anderen gekrönten Haupt: "Ich bin die Ginsterkönigin von Wiltz und heute mit meinen sechs Ehrendamen hier."
Sie alle seien froh, dass das Großherzogpaar nach Ulflingen gekommen ist. Und: "da ich auch die einzige Königin hier im Norden bin, ist das natürlich etwas Besonderes für uns."

Stephan Pesch







