Kein Tag ist wie der andere als Kfz-Mechatroniker - Abwechslung ist hier garantiert. "Eigentlich haben wir keinen typischen Arbeitstag. Jeden Tag steht eine andere Arbeit an. Es sei denn, man hat eine größere Arbeit wie zum Beispiel eine Motorinstandsetzung. Da braucht man schon ein paar Tage oder mehrere Stunden."
"Unser Beruf ist sehr vielfältig. Das geht vom normalen Service wie Ölwechsel, Bremsen, Zahnriemen und Co bis zur Diagnose, mechanischen Arbeiten, dem Ersetzen von Turboladern, oder dem Öffnen und instandsetzen eines Getriebes", beschreibt John Wiesemes die enorme Bandbreite.
Warum fehlt der Nachwuchs?
Dass die Branche dennoch unter einem spürbaren Fachkräftemangel leidet, hat für den Mechatroniker vor allem mit falschen Vorstellungen und gesellschaftlichen Klischees zu tun. "Ich glaube, weil viele Leute sich nicht vorstellen können, wie vielfältig der Beruf ist, und denken, sie würden den ganzen Tag nur dieselbe Arbeit machen."
"Was natürlich auch dazu beiträgt: Viele Leute denken, man müsste heutzutage studieren gehen und das Handwerk wäre eine niedere Arbeit, obwohl das gar nicht zutrifft. In den nächsten Jahren wird sich das Gegenteil zeigen."
Was man für den Job mitbringen muss
Wer sich für diesen Weg entscheidet, braucht laut Wiesemes vor allem die richtige Einstellung. Die Anforderungen an angehende Profis sind klar definiert: "Hauptsächlich muss man motiviert sein. Man muss sich immer weiterbilden wollen. Und sorgfältig und sauber arbeiten."
Harte Arbeit, faire Chancen
An der Hebebühne kann es zwar anstrengend werden, dafür sieht man am Ende des Tages genau, was man geschafft hat. Auch finanziell bietet das Handwerk Entwicklungspotenzial. Das Einstiegsgehalt und die weiteren Aussichten schätzt Wiesemes realistisch ein. "Das ist eigentlich so wie in allen anderen Berufen auch. Ich schätze, man fängt mit 2.000 Euro an. Und das kann ständig nach oben gehen, wenn man sich fortbildet und je nachdem, wie die Qualifikationen sind."
Am Ende ist es jedoch die Begeisterung, die zählt. Für John Wiesemes steht fest, dass er seinen Traumberuf gefunden hat. "Es ist einfach meine Leidenschaft. Es ist mein Beruf. Vor allem weil es so vielfältig ist, macht es mir jeden Tag Spaß."
Manuel Zimmermann