Über 120 Jungvögel wurden während der Hitzewelle in die Wildtierpflegestation in Mürringen gebracht, darunter vor allem Schwalben und Mauersegler. Ab rund 30 Grad wird die Hitze für viele Vogelarten zum Problem.
"Vor allem die Vögel, die unter den Dächern brüten, bekommen dann zu warm", erklärt Berthold Thomahsen von der Wildtierpflegestation. "Dann wollen die vielleicht da hin, wo ein bisschen frische Luft kommt. Wenn sie dann versuchen, schauen zu gehen, fallen sie runter. Es gibt auch Fälle, da kommen die Eltern gar nicht nach mit dem Füttern. Weil sie auch überanstrengt sind, können die nicht mehr so oft füttern und die Vögel springen dann einfach aus den Nestern heraus."
Im Vorfeld der Hitzewelle hatten schon Stürme für zusätzliche Jungvögel in der Wildtierpflegestation gesorgt. Die Versorgung ist aufwendig, denn die Jungtiere müssen tagsüber etwa einmal pro Stunde gefüttert werden. Einige wurden deshalb bei anderen ehrenamtlichen Helfern untergebracht.
Auch Privatpersonen können Vögel an heißen Tagen unterstützen – etwa mit einer kleinen Wasserstelle im Garten oder auf dem Balkon. "Mit Wasser kann man viel helfen. So können sie sich baden und auch trinken. Mit Futter kann man ihnen nur wenig helfen, die Tiere fressen Insekten und die hat ja kaum einer, die müssen sie schon selbst suchen."
Zudem gilt: Nicht jeder Jungvogel, der am Boden sitzt, braucht Hilfe. Deshalb rät Berthold Thomahsen, genau hinzuschauen. "Bei Schwalben sieht man das, die werden auf dem Boden nicht gefüttert. Die kann man ruhig aufnehmen."
"Bei Amseln oder Staren ist das anders. Die werden auch auf dem Boden von ihren Eltern weiter gefüttert. Bachstelzen springen auch immer ein bisschen früher aus dem Nest und werden auf dem Boden weiter gefüttert. Die sollte man eigentlich sitzen lassen. Man hört aber gewöhnlich auch die Altvögel, wenn man denen zu nah kommt."
"Wenn man die Altvögel hört, dann ist es ein klarer Fall, dann sollte man die Tiere sitzen lassen. Wenn sie aber wirklich schlecht aussehen, dann kann man sie wohl holen. Wenn sie das Gefieder nicht schön haben und die Augen trüb aussehen", erklärt Thomahsen.
Den ersten Jungtieren dürfte es im Laufe der Woche wieder gut genug gehen, um freigelassen zu werden. Doch auch im weiteren Verlauf des Sommers sind weitere heiße Tage zu erwarten. Ob in den kommenden Wochen noch einmal ähnlich viele Jungvögel in die Wildtierpflegestation kommen, ist allerdings offen.
"Wir rechnen schon damit, dass noch welche kommen, aber die Brutzeit ist ja auch fast vorbei und dann wird es ja wohl hoffentlich etwas ruhiger werden", so Berthold Thomahsen.
Lindsay Ahn








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