Ende März hat die Gemeinde Burg-Reuland einen öffentlichen Aufruf gestartet, um Interessenten für einen Geländetausch zu suchen. Nun konnte der Gemeinderat einem Angebot prinzipiell zustimmen.
Es handelt sich um eine Forstparzelle mit Fichtenbestand, die noch dazu an Gemeindeland grenzt. Die Gemeinde bietet ihrerseits ein isoliert gelegenes, relativ kleines landwirtschaftliches Stück Land in Alster an, für das sie keine Verwendung hat. Mögliche Pachteinkünfte stünden in keinem Verhältnis zum administrativen Aufwand, hatte es schon im März geheißen.
Insgesamt waren sechs Tauschangebote eingegangen, darunter einige, die viele kleine, zerstreute Parzellen umfassten oder aus anderen Gründen weniger interessant schienen. Schöffe Chris Maus hatte als einziger Kenntnis von den Anbietern. Bürgermeister Alain Stellmann unterstrich, dass weder im Gemeindekollegium noch im Gemeinderat die Namen bekannt seien.
Das Kollegium wird nun den genauen Wert ermitteln und mit den Eigentümern verhandeln. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird dem Gemeinderat in einer der kommenden Sitzungen zur endgültigen Genehmigung vorgelegt.
Der Reuländer Gemeinderat genehmigte auch die zweite Anpassung des laufenden Haushalts. Aufgrund höherer Einnahmen steigt der Überschuss um fast eine halbe Million auf 629.000 Euro.
ÖSHZ zieht in diesem Sommer ins Kulturhaus
Während einer Sitzungsunterbrechung erläuterte ÖSHZ-Präsidentin Marion Dhur die Rechnungslegung des Öffentlichen Sozialhilfezentrums. Insgesamt hatten 158 Antragsteller im vergangenen Jahr eine finanzielle Unterstützung durch das ÖSHZ erhalten, sei es regelmäßig oder punktuell.
Marion Dhur unterstrich, dass sich die Arbeit des ÖSHZ jedoch keineswegs auf die Gewährung finanzieller Hilfen beschränke. Ein wesentlicher Teil der Tätigkeit bestehe in der individuellen Begleitung und Unterstützung von Bürgern bei administrativen, sozialen und persönlichen Anliegen. Vor diesem Hintergrund plane das ÖSHZ ein Netz von Ehrenamtlichen aufzubauen, die bei unterschiedlichsten Fragestellungen zur Seite stehen könnten.
Mit Blick auf die laufende Arbeitslosengeldreform der Föderalregierung werde zurzeit noch eine von der Streichung der Ansprüche betroffene Person vom ÖSHZ betreut (zwei andere seien zwischenzeitlich weggezogen). Für die nächste Phase ab Juli rechne das ÖSHZ aber mit bis zu zehn neuen Antragstellern, was für den kleinen Mitarbeiterstamm eine bedeutende Mehrbelastung wäre. Marion Dhur erklärte, durch gezielte Aktivierung und engmaschige Betreuung lasse sich möglicherweise der eine oder andere wieder in den Arbeitsmarkt integrieren, bei anderen sei das aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen.
Im Laufe des Sommers wird das ÖSHZ in seine neuen Büros im Kulturhaus von Burg-Reuland umziehen. Der eigentliche Umzug wird so organisiert, dass er sich nur in begrenztem Maße auf die Arbeit und die Öffnungszeit des ÖSHZ auswirkt.
Finanzierung der Kirchenfabriken erneut Stein des Anstoßes
Für grundsätzliche Diskussionen sorgte im Reuländer Gemeinderat einmal mehr das Thema der Kirchenfabriken. Anhand der Rechnungslegung bescheinigte Schöffin Karla Schommers ihnen gute Arbeit. Dem pflichteten andere Gemeinderatsmitglieder bei.
Die Tatsache, dass die Gesetzgebung die Gemeinden verpflichte, die Kirchenfabriken zu finanzieren, während manche Einnahmen nur zweckgebunden eingesetzt werden dürften, sorgte aber "für leichten Unmut", wie es Sandro Schmitz formulierte.
Serge Dollendorf, der sich schon als Schöffe von dieser Verpflichtung distanziert hatte, fand, dass die Finanzangelegenheiten der Kirchenfabriken im Grunde nichts im Gemeinderat verloren hätten, weswegen er sich jeweils der Stimme enthielt.
Romano Schmitz stimmte wie bei früheren Anlässen konsequent gegen die Billigung der Jahresrechnungen oder von Haushaltsvorlagen der Kirchenfabriken. Er hob hervor, dass sein Stimmverhalten nicht gegen die Leute in den Kirchenfabriken gerichtet sei. Die meisten von ihnen machten ihre Arbeit gut. Ab und zu gebe es aber auch schwarze Schafe. Das System sei nun mal nicht transparent, was zu Fehlern verleite, so Schmitz.
Stephan Pesch