Für den Eupener Architekten Valentin Lindenlauf spielen dabei vor allem die Fenster eine entscheidende Rolle. Entscheidend sei, dass die Sonneneinstrahlung bereits von außen abgehalten werde. Außenliegende Rollläden oder Markisen seien deshalb deutlich wirksamer als dunkle Vorhänge im Inneren. Auch Fenster in Richtung Süden sind eine gute Wahl, da so im Sommer nicht so viel Sonne die Innenräume aufheizt und im Winter die Räume durch die Morgensonne trotzdem aufgewärmt werden können.
Auch die Bauweise selbst kann dazu beitragen, ein Haus kühl zu halten. So ist es laut Lindenlauf relativ einfach, Luftschneisen für eine gute Querlüftung einzuplanen. Zudem könnten natürliche Elemente die Temperaturen spürbar senken. Ein Beispiel könne man sich auch an den Römern nehmen. Sie haben mit Innenhöfen gearbeitet, in denen viel Wasser und Grün zu finden war. Ein Gartenteich, begrünte Fassaden oder ein gut platzierter Baum vor einem Fenster sorgen also im Sommer für zusätzliche Abkühlung.
Eine Klimaanlage hält der Architekt nicht grundsätzlich für notwendig. Mit einer durchdachten Planung lasse sich in vielen Fällen auf sie verzichten. In einzelnen Räumen, etwa unter dem Dach, könne sie allerdings sinnvoll sein.
Als interessante Alternative nennt Lindenlauf moderne Wärmepumpen. Viele neue Modelle können nicht nur heizen, sondern auch kühlen - und das häufig effizienter und kostengünstiger als eine klassische Klimaanlage.
Mit Blick auf den Klimawandel geht Lindenlauf davon aus, dass sich die Anforderungen an Gebäude weiter verändern werden. Längere und häufigere Hitzeperioden dürften dazu führen, dass hitzeresistentes Bauen künftig noch stärker in den Fokus rückt. Dazu gehöre auch eine gute Dämmung, die nicht nur im Winter Wärme im Haus hält, sondern im Sommer ebenso verhindert, dass sich Gebäude zu stark aufheizen. Auch große Fensterfronten werden wohl weniger werden.
Annika Deist