Wer in der Produktionshalle direkt neben den Öfen steht, spürt die enorme Hitze unmittelbar. Als würde man eine Backofentür öffnen und sein Gesicht mitten in den Dunst halten - nur zehn Mal heißer.
Diese Anlagen werden inzwischen mit Biopropangas betrieben. Laut Geschäftsführer Marc Knauf gehört Savimetal zu den ersten Unternehmen in Belgien, die diesen Energieträger einsetzen. "Biopropangas lässt sich momentan nur in sehr begrenzten Mengen herstellen. Dennoch können wir dadurch einen großen Beitrag zur CO₂-Reduzierung leisten", erklärt Knauf.
Biopropangas wird aus Öl- und Fettabfällen der Lebensmittelindustrie gewonnen. Durch dessen Einsatz spart Savimetal nach eigenen Angaben jährlich rund 100 Tonnen CO₂ ein. Weitere 50 Tonnen werden durch die Nutzung von Solarenergie vermieden.
Für Knauf sind solche Investitionen nicht nur ein Beitrag zum Umweltschutz, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. "Wir haben in Europa einen Standortnachteil, weil Energie hier deutlich teurer ist als in vielen anderen Regionen der Welt. Solarenergie und andere nachhaltige Lösungen helfen dabei, Kosten zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben", sagt er.
Gleichzeitig sehe sich das Unternehmen auch in der Verantwortung, seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Nach Angaben des Unternehmens setzt Savimetal bereits seit Jahrzehnten auf Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz.
Die jüngsten Investitionen seien zugleich ein klares Bekenntnis zum Standort St. Vith. "Wir finden hier sehr gutes Personal und können deshalb hochwertige Arbeit leisten. Man kann nicht einfach wegziehen und glauben, dass es anderswo automatisch besser ist. Unsere Aufgabe ist es, unter den hiesigen Bedingungen erfolgreich zu arbeiten und wirtschaftlich zu bleiben", so Knauf.
Trotz der Investitionen steht die Metallbranche vor großen Herausforderungen. Darauf weist auch Ministerpräsident Oliver Paasch hin. Der internationale Wettbewerbsdruck sei derzeit enorm, insbesondere durch Konkurrenz aus China.
Zudem würden viele Unternehmen unter einer zunehmenden Bürokratie auf europäischer Ebene leiden. Nach Ansicht von Paasch muss deshalb stärker auf Entbürokratisierung gesetzt werden. "Die Unternehmen klagen über eine Regelflut der Europäischen Kommission, die zu Wettbewerbsverzerrungen führt. Deshalb sollten wir uns dafür einsetzen, bürokratische Hürden abzubauen, damit unsere Unternehmen auf dem Weltmarkt überhaupt eine Chance haben", sagte Paasch.
Für Savimetal könnten solche Maßnahmen den Weg in eine nachhaltige und zugleich wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft deutlich erleichtern.
Annika Deist

































