Der Zugang zur Produktionshalle macht schnell deutlich, wie anspruchsvoll die Arbeit vor Ort ist. Hörschutz, Schutzbrille, Helm und Sicherheitsschuhe sind Pflicht. Hinzu kommen die hohen Temperaturen, die bei der Verarbeitung von Aluminium entstehen. Das Leichtmetall ist das Kerngeschäft von Norsk Hydro und wird unter anderem für die Bauindustrie verarbeitet, beispielsweise für Tür- und Fensterrahmen.
Für Aufregung sorgte der Besuch von Konzernchef Eivind Kallevik. Der CEO des norwegischen Unternehmens war erstmals in Raeren zu Gast. Anlass seines Besuchs waren unter anderem Gespräche mit dem ostbelgischen Europaabgeordneten Pascal Arimont über die schwierige Marktlage in der Branche.
Ein zentrales Thema waren Dumpingpreise. "Ein Beispiel ist, dass man Aluminiumabfall in die EU importiert und sagt, dass er recycelt wurde, obwohl das in China gar nicht der Fall war, so Arimont. "Dann kommt da ein falsches Etikett drauf und man verkauft es hier als recyceltes Aluminium, auf das man wiederum keine Zölle bezahlen muss. Diese Schlupflöcher versuchen wir zu definieren und im Gesetzestext zu schließen."
Für europäische Hersteller wie Norsk Hydro ist das ein wichtiges Anliegen. Sie stehen unter erheblichem Wettbewerbsdruck und können mit den niedrigen Preisen aus Drittstaaten oft nur schwer mithalten.
Auch Norsk Hydro spürt die schwierigen Marktbedingungen. Das Unternehmen hat angekündigt, im Laufe des Jahres fünf Standorte in Europa zu schließen. Dabei gehen hunderte Arbeitsplätze verloren. Als Grund nennt der Konzern die Notwendigkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das Werk in Raeren ist von diesen Schließungsplänen jedoch nicht betroffen, betont Eivind Kallevik. "Raeren hat eine lange Unternehmensgeschichte. Es gehört seit den 1980er Jahren zu Hydro. Seitdem hat es große Fortschritte und Veränderungen gegeben - im Bereich Sicherheit, Rentabiliät und Produktivität."
"Das Werk liegt im Herzen Europas. Es ist also in der Nähe vieler Kunden. Die Mitarbeiter sind aber am Ende die, die Raeren als Standort besonders machen - die Qualität, die Kompetenz und der Umgang mit den Kunden", so Kallevik.
Das Ziel von Pascal Arimont und wohl auch von Eivind Kallevik ist es, den Standort zu sichern und fit für die Zukunft zu machen - ein erster Schritt wurde jetzt getan.
Annika Deist




Was Herr Armimont nicht erwähnt ist dass der "CO2 foot print" für Primäraluminium weltweit bei 14500 kg CO2/T Al liegt, in der EU hat man sich diesen Wert auf 6600 kg CO2/T Al "schöngerechnet"; was z.B. die Chinesen zu den beschriebenen kreativen Handelspraktiken animiert. Letztlich ist die Ursache des Problems der unsägliche "green deal" der EU welcher die Industrie in der EU letztlich ruiniert! Im Welthandel fragt genau niemand nach einem "CO2 foot print" vom Aluminium und deswegen verlässt die Grundstoffindustrie diese grün-verpeilt EU weil die Rahmenbedingungen in der EU immer schlechter werden je "grüner" sie wird. Scheint aber keinen Politiker zu interessieren bzw. sie verstehen das Problem erst gar nicht...