Die Stadt Verviers leidet unter einer massiven, strukturellen Finanzkrise. Eine aktuelle Untersuchung des Verbandes wallonischer Städte und Gemeinden (UVCW) ordnet Verviers der Gruppe der wallonischen Gemeinden zu, die im Zeitraum 2012 bis 2022 ein dauerhaftes strukturelles Defizit aufweist.
Auf diese Gruppe entfallen demnach rund 88 Prozent des gesamten Defizits aller defizitären wallonischen Kommunen im Jahr 2022.
Für die Verantwortlichen der Stadt kommt das Studienergebnis nicht überraschend. Bürgermeister Maxime Degey betonte, dass das aktuelle System an seine Grenzen gestoßen sei. Im Gegensatz zu Nachbargemeinden fehle es Verviers an großen Gewerbegebieten oder Tourismusmagneten zur Einnahmengenerierung.
Zudem verrichte Verviers wichtige Versorgungsfunktionen für das Umland - von Behörden über soziale Dienste bis hin zu Sport- und Kultureinrichtungen. Zusätzlich würden externe Faktoren wie die föderale Arbeitslosenreform das Budget der Stadt in den kommenden fünf Jahren mit voraussichtlich 17 Millionen Euro belasteten.
meuse/mz