Gemächlich pendelt die blaue Henschel-Lok hin und zurück. Mitfahren im Führerstand erlaubt. Das Fahrzeug - Baujahr 1954 - ist eine der Attraktionen des Bahnhofsfestes. Loks wie diese lassen die Herzen von Eisenbahnfreunden höher schlagen.
"Kleine Kinder spielen mit kleinen Eisenbahnen. Große Kinder spielen mit großen Eisenbahnen", sagt Marc Werthmann, Vorstandsmitglied bei den Eisenbahnfreunden Ostbelgien. Die veranstalten das Bahnhofsfest in Raeren gemeinsam mit den Eisenbahnfreunden Grenzland aus Stolberg.

Es ist gute Nachbarschaft, findet Frank Leuchter von den Eisenbahnfreunden Grenzland. "Wir treffen uns regelmäßig, sprechen uns gegenseitig ab. Das sind gemeinsame Ziele, die man gemeinsam auch verfolgt. Und somit ist auch klar, was man will: Den Tourismusaspekt, sprich auch den Tourismusverkehr, der unser Ziel auch wird oder ist. Den umzusetzen und da sitzt man in einem Boot."
Oder eben in einem Zug. Alte Loks, eine kleine Feldbahn, aber auch Autos mit Liebhaberwert oder Unimogs und andere Nutzfahrzeuge: Es gibt einiges zu gucken auf dem alten Raerener Bahnhofsgelände. "Je mehr Leute kommen desto besser, das ist klar. Wir sind glücklich darüber, dass es so viele Menschen noch gibt, die sich dafür interessieren und die dann auch zum Bahnhofsfest kommen und sich mit uns über den Erhalt der Fahrzeuge freuen", sagt Werthmann.
"Die Idee ist natürlich das Zeigen unseres Materials: Die alten historischen Züge und die Bahninfrastruktur, also auch die Schienen, die Halle, der Bahnhof", erläutert Werthmann. Aber nicht nur: Anliegende Vereine sind ebenfalls dabei und neben Eisenbahn werden eben auch weitere Fahrzeuge ausgestellt. "Wir wollen es halt breit halten", betont er.
Abstecher ins Bahnhofscafé
Für Jesse Drouven, der das Bahnhofscafé betreibt, bedeutet das Fest jede Menge Kundschaft. Doppelt oder sogar dreimal so viele wie sonst, schätzt der Gastronom: "Vor allen Dingen, weil das Bahnhofsfest ja auch bekannt ist - nicht nur hier in Raeren, sondern auch in der Umgebung. Es lockt viele Touristen an. Zum alten Stellwerk, das hier steht, wo die Touristen auch reingehen können, kommen sie natürlich direkt an unserem Café vorbei."
Erst seit April führt Drouven das Bahnhofscafé in Raeren. Diesen Schritt gemacht zu haben, hat er nicht bereut: "Wir hatten schon viele schöne Feiertage natürlich dazwischen. Wir hatten auch schon sehr gutes Wetter - vor allen Dingen im April. Bisher können wir uns absolut nicht beklagen. Wir sind durchaus sehr, sehr zufrieden."

Drouven hat mittlerweile entschieden, seine bisherige Arbeitsstelle zu kündigen und das Bahnhofscafé ab Juli hauptberuflich zu betreiben.
Und für die Veranstalter des Bahnhofsfestes gilt: Die Vorbereitungen für die Ausgabe im nächsten Jahr haben bereits begonnen. "Nach dem Fest ist vor dem Fest", sagt Leuchter. Bereits während des Festes spreche man darüber, was man dann 2027 machen könne. "Die Vorbereitungen laufen kontinuierlich. Die tatsächlichen, die man dann sieht, beginnen meistens sechs bis acht Wochen vor dem Fest", erklärt er.
Moritz Korff




