Am Samstag, dem Europäischen Tagen der Archäologie, nutzten Interessierte die Gelegenheit, sich im Rahmen einer Führung über die Funde und die Überreste der Burg St. Vith zu informieren. Gezeigt werden in der Ausstellung "die schönsten und vollständigsten Funde", sagte Audrey Olbertz vom archäologischen Dienst der DG, die die Führung leitete.
Aber es gibt noch viel mehr: "Das ist nicht mal zehn Prozent der gesamten Funde", betonte sie. Diese werten noch ausgewertet und gegebenenfalls restauriert.
Weitere Ausgrabungen an der Burg St. Vith wird es bis auf weiteres nicht geben. "Wir haben ganz klar gesagt: Die dritte Ausgrabung war auch die letzte", erklärte DG-Kulturminister Gregor Freches.
"Wir diskutieren jetzt mit der Stadtgemeinde St. Vith und werden wahrscheinlich Ende Juni Bescheid von der Stadt bekommen, wie wir weiter vorankommen mit dem Masterplan Burg - nennen wir es mal einfach so", sagte Freches. Und dann werde man gemeinsam mit der Stadt sehen, wie man die Burg touristisch vermarkten könne, so der Minister. "Denn vieles, was wir gefunden haben, ist auch ein Teil der Vermarktung unserer Region und trägt dazu bei, dass wir Touristen in Ostbelgien empfangen", erläuterte Freches.
Ausgestellt sind im ZVS-Museum unter anderem Kacheln, Keramik, Armbrustbolzen und Kanonenkugeln - all das gewährt in mehrerer Hinsicht Einblicke in das Mittelalter.
"Es geht auch darum, mit der Keramik die Strukturen zu datieren und zu verstehen, wie sich die Burg entwickelt hat", erläuterte Olbertz. Und die Gegenstände erzählten auch vom damaligen Leben, sagte sie: "Wie man getrunken hat, was man getrunken hat. Was waren die täglichen Gegenstände, die man benutzt hat? Die erzählen auch von kriegerischen Ereignissen."
Herzstück der Ausstellung ist ein sogenannter Kuttrolf. "Das Objekt ist sehr selten. Das ist eine kleine Glasflasche. Die Besonderheit besteht in den fünf Röhren", erklärte Olbertz. Eine ähnliche Flasche gebe es auch in einem Museum in Düsseldorf, sagte sie. "Und dort wird sie als Unikat beschrieben. Vielleicht haben wir hier ein zweites gefunden."

Moritz Korff











