Seit ihrer Eröffnung 2019 war die Hundewiese am Koul-Gelände immer wieder Streitthema in der Gemeinde Kelmis. So gingen aus der Nachbarschaft beispielsweise Beschwerden wegen Lärmbelästigung ein und auch Streitereien unter Hundehaltern blieben nicht aus.
Auf der Suche nach einem Konsens landete das Thema schließlich im zuständigen Ausschuss. Der Gemeinderat entschied den Umzug der Hundewiese. Die entsprechenden Arbeiten fanden im Winter statt. Jetzt befindet sich der zwischen 800 und 1.000 Quadratmeter große Hundepark auf der anderen Seite der Wiese.
"Ich muss ehrlich sagen, es war nicht immer sehr angenehm, man wurde immer angegriffen", sagt der zuständige Schöffe der Gemeinde Kelmis, Raymond Lenaerts, im Rückblick auf die Diskussionen um die Hundewiese. "Wir sind ja hier, um eine Lösung zu finden und wir haben jetzt hier eine Voraussetzung geschaffen, damit die Leute hier in Frieden zusammen leben können. Ich kann jetzt auch nicht Sozialarbeiter spielen und an die Türen klopfen und die Menschen bitten, harmonisch zusammenzuleben. Die Voraussetzung ist da, um einen Neuanfang zu machen und ich hoffe, die Leute haben das kapiert."
Neben dem größeren Abstand zu den Wohnhäusern bietet der neue Standort auch andere Vorteile. "Hier sind wir 100 Meter weiter zurück, wir sind in einem Waldgebiet und wir haben auch einen natürlichen Sichtschutz durch den Wald. Eigentlich sind hier alle Voraussetzungen geschaffen, um harmonisch zusammenzuleben."
Genau wie die alte Hundewiese ist auch die neue in zwei Bereiche eingeteilt: einen für große und einen für kleine Hunde. Der Zaun in der Mitte soll in Zukunft noch mit einem Sichtschutz ausgestattet werden, damit es zwischen den beiden Hundegruppen nicht zum Streit kommt.
"Vor allen den Bauhofmitarbeitern möchte ich meinen Respekt aussprechen", erklärt Hundehalterin Viviane Rombach. Gleichzeitig appelliert sie aber auch an die Gemeinde. "Dieser Ort müsste wirklich mit gewissen Regeln genutzt werden. Wenn Hunde auffällig sind, müssten sie einen Wesenstest machen, bevor sie auf die Hundewiese dürfen, um große Risiken für andere Hunde oder auch Menschen zu vermeiden. Das sind Punkte, die ich in der Verordnung empfehlen würde, damit hier alles friedlich vonstatten geht."
"Es ist ja kein Treffpunkt für den Mensch, sondern für den Hund - und da muss man sich wirklich vorab in den Kopf setzen, dass man den Hund auch kontrolliert auf diesen Hundeauslauf lässt und nicht sich selbst überlässt", so Rombach.
In Zukunft wolle sich der Ausschuss auch der Polizeiverordnung annehmen, so Raymond Lenaerts. Zudem werde der Feststellungsbeamte der Gemeinde, Cédric Vanaschen, künftig ein Auge auf die Hundewiese haben. Im nächsten Gemeinderat wird er dementsprechend vereidigt.
Lindsay Ahn

