Der letzte Anstrich auf der Baustelle steht an und Cindy Zimmer klebt gewissenhaft die letzten Stellen ab, bevor sie mit Acryl und Farbe weitermachen kann. Der Beruf war schon sehr früh eine Option, die sie ins Auge gefasst hat. "Ich habe mein Zimmer alleine angestrichen und hatte da irgendwie Spaß dran. Dann hat mein Papa gesagt, ich sollte man eine Schnupperwoche probieren und mir das mal anschauen. Mal schauen, wie es mir gefällt. Das habe ich dann auch gemacht."
Vor 20 Jahren hat Cindy ihre Ausbildung gemacht und ist seit 16 Jahren bei ihrem jetzigen Arbeitgeber beschäftigt. Privatleben und Beruf lassen sich in ihrem Fall gut kombinieren.
Sie ist meistens die einzige Frau auf der Baustelle - unwohl fühlt sie sich dabei aber nicht. Auch blöde Bemerkungen von Kollegen musste sie bisher nie erfahren, erzählt sie: "Tatsächlich noch nie! Noch nie habe ich einen blöden Kommentar bekommen. Meistens helfen sie uns Frauen und fragen, ob sie etwas tragen sollen - also sehr hilfsbereit."
Cindy Zimmer würde sich über mehr Kolleginnen in der Branche freuen. Der Weg dahin ist auch gar nicht mal so kompliziert: "Einfach mal testen, sich anmelden. Oder mal bei Betrieben ein Praktikum machen, einfach sich mal trauen und dann sehen, dass man es selber auch wirklich schafft!"
Lena Orban

