Das ehemalige Hotel Herren in Herbesthal, das einen Steinwurf von der blauen Eisenbahnbrücke entfernt steht, soll künftig fünf Wohnungen sowie eine Zahnarztpraxis beherbergen. Roger Franssen (Union) unterstützt die neue Nutzung des Gebäudes. Er kritisierte aber, dass durch die geplante Außendämmung die historische Fassade verloren gehe. Das ehemalige Hotel sei ein prägendes Gebäude des Ortskerns und Teil des lokalen Kulturerbes. Zudem verwies Franssen auf ein negatives Gutachten des Kommunalen Raumordnungs- und Mobilitätsausschusses (KBARM), der sich für den Erhalt der Fassade ausgesprochen hatte.
Raumordnungsschöffin Evelyn Jadin (Energie) verteidigte das Projekt. Ziel sei es, das Gebäude langfristig zu erhalten und vor Leerstand oder Verfall zu schützen. Bei der Bewertung eines Bauantrags müssten verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, darunter Denkmalschutz, energetische Anforderungen und die künftige Nutzbarkeit des Gebäudes.
Ebenfalls auf der Tagesordnung stand die erste Haushaltsanpassung des Jahres. Finanzschöffe José Grommes (Energie) stellte mehrere Anpassungen und Investitionen vor. So schafft die Gemeinde die Voraussetzungen für einen Kredit von rund 1,46 Millionen Euro für die Neugestaltung der Montzener Straße. Die Arbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen.
Beim Ausbau der Gemeindeschule Walhorn wurde der Zeitplan um etwa ein Jahr verschoben. Die Kosten werden weiterhin mit rund 3,6 Millionen Euro angegeben. Roger Franssen äußerte jedoch Zweifel an dieser Schätzung. Er geht davon aus, dass die Kosten am Ende die Marke von fünf Millionen Euro überschreiten könnten. Union und Ecolo kritisierten zudem, dass die Schulprojekte einen immer größeren Teil der Investitionen beanspruchen, während andere Bereiche der Gemeinde zu kurz kämen.
Für den KSC Lontzen ist ein Sonderzuschuss von 99.000 Euro zur Erneuerung des Kunstrasenplatzes vorgesehen. Weitere 85.000 Euro fließen in die laufenden Arbeiten an der Kirche St. Stephanus in Walhorn. Zudem investiert die Gemeinde in die Digitalisierung der Verwaltung.
Die Union lehnte die Haushaltsanpassung ab. Ecolo enthielt sich. Yannick Heuschen begrüßte zwar die Arbeiten an der Montzener Straße, bemängelte jedoch erneut fehlende Investitionen in die weiche Mobilität.
Dogan Malicki