Vor dem Eupener Strafgericht hat sich am Montag eine junge Frau verantworten müssen, der vorgeworfen wird, sich der Terrororganisation "Islamischer Staat" angeschlossen zu haben.
Sie unterhielt vor zwei Jahren eine Fernbeziehung mit einem Mann, der in Österreich einen terroristischen Anschlag plante und deswegen bereits verurteilt wurde. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft habe die Frau ihren Verlobten noch ermuntert und ihrerseits einen Selbstmordanschlag bei einem Besuch im Iran ins Auge gefasst. Der Staatsanwalt forderte drei Jahre Gefängnis.
Die Verteidigung argumentierte, dass es keine Beweise dafür gebe, dass sich die damals 18-Jährige bewusst einer terroristischen Vereinigung angeschlossen habe. Sie verwies auf die in einem psychologischen Gutachten festgestellte emotionale Unreife der Frau und den kulturellen Hintergrund der strenggläubigen Muslimin. Sie war als Kind mit ihrer Familie aus Afghanistan geflohen und über den Iran nach Belgien gekommen.
Die Angeklagte distanziere sich zudem klar von der früheren Beziehung und sei auch beruflich integriert. Sollte sie verurteilt werden, drohe ihr, von der Ausländerbehörde abgeschoben zu werden. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch beziehungsweise auf Strafaufschub.
sp