Im Schwimmbad in St. Vith werden die Rettungsschwimmer an diesem Samstag geschult. Alle von ihnen haben bereits den Rettungsschwimmerkurs erfolgreich absolviert und ein Diplom - hier geht es heute um die jährlich Auffrischung.
Bernd Cormann ist Rettungsschwimmer-Ausbilder und erklärt wie wichtig diese jährliche Weiterbildung ist: "Als Rettungsschimmer müssen wir retten können. Das heißt, wir müssen auch körperlich diese Ansprüche haben. Das ist wichtig und muss auch jährlich überprüft werden".
Unfälle vermeiden, aufmerksam sein, sodass erst gar nichts passiert - auch das sind Aufgaben des Rettungsschwimmers, die man als Badegast nicht unbedingt sofort sieht. "Das Wichtigste ist natürlich diese Aufsicht. Hab ich meine Aufsicht richtig gemacht, passieren meistens auch keine Unfälle. Der Unfall ist wirklich die Extremsituation. Das ist, wenn die Aufsicht dann nicht gewährt war, dann kommt es zu schlimmen Unfällen. Kann ich schnell reagieren? Kann ich ihm eine Leine hinwerfen und brauche gar nicht ins Wasser? Das sind wirklich diese Extremsituationen, wenn man nicht aufpasst", sagt Cormann.
Jeder Badegast kann im Schwimmbad mitdenken und vorsorgen, um gefährliche Situationen zu vermeiden, sagt er. "Wichtig ist als Badegast, komme ich mit meinen Kindern zum Beispiel, können die Kinder schwimmen? Haben sie auch Schwimmringe, Schwimmhilfen dabei? In den meisten Bädern kriegt man das auch zur Verfügung gestellt. Sich vielleicht auch beim Rettungsschwimmer vorstellig machen. Der kann auch Material zur Verfügung stellen. Auch aufpassen, hab ich vielleicht körperlich Probleme? Einfach den Rettungsschwimmer ansprechen und der wird immer wieder schauen, wo ist diese Person, die vielleicht schneller oder dringender Hilfe benötigt, wie jemand anderes."
Die meisten Unfälle passieren nicht in den Bädern, sagt Cormann, sondern an Seen und Flüssen oder sogar zu Hause - da, wo die Menschen übermütig oder nicht aufmerksam sind.
Nicht nur die Rettung aus dem Wasser wird hier heute nochmal aufgefrischt - an Land geht die Rettung oft weiter. Deshalb ist Jean Brose da, Erste Hilfe-Ausbilder. "Das heißt, die Reanimation komplett beherrschen mit Sauerstoff, mit Defibritationsgerät, das müssen die kennen. Aber auch die stabile Seitenlage, falls die Person trotzdem noch atmet. Dann auch die Erste Hilfe, denn Rettungsschwimmer sind ja auch für Leute da, die sich verletzt haben oder sich nicht gut fühlen. Dafür ist der Rettungsschwimmer auch da und der muss auch bemerken, da gibt es ein Problem. Wie kann ich helfen?"
Auch hier ist die Auffrischung wichtig, sagt Brose. Man vergesse ganz einfach die Handgriffe und den Automatismus. Übung macht den Meister, sagt Brose, und gibt einem Sicherheit zum Handeln.

Rettungsschwimmer werden kann eigentlich jeder, sagt William Klubert von LOS. LOS organisiert den Kurs und auch die entsprechende Auffrischung. "Man muss eine Aufnahmeprüfung bestehen. Die Aufnahmeprüfung entspricht gewissen Anforderungen und ist ein Einstieg. Die ist aber nicht so schwer wie die Endprüfung, die man am Ende macht. Aber man muss die bestehen."
"An sich kann aber jeder teilnehmen. Wir haben Leute, die in den Schwimmbädern arbeiten. Wir haben auch Personen, die sich einfach fürs Schwimmen interessieren und sich gerne die Tür offen halten, falls sie mal Rettungsschwimmer werden möchten."
Je mehr Menschen Interesse an einem solchen Kurs bekunden, desto mehr kann LOS auf die Nachfrage eingehen.Wann der nächste Rettungsschwimmerkurs stattfindet, steht noch nicht fest. Interessierte können sich aber jederzeit bei LOS melden.
Lena Orban