451 Kilogramm Abfall pro Einwohner - das ist die Abfallbilanz der Stadt Eupen für das Jahr 2025. Mit 116 Kilogramm pro Kopf macht der Restmüll rund ein Viertel der Gesamtmenge aus. Das sind zwar vier Kilogramm mehr als 2024, im Vergleich zu 2021 mit damals 149 Kilogramm Restmüll pro Einwohner jedoch deutlich weniger. Die Menge an Biomüll pro Kopf ist im letzten Jahr auf zehn Kilogramm angestiegen. Im Jahr 2024 waren es neun Kilogramm.
Unterm Strich eine gute Entwicklung für die Stadt. "Wir haben uns auf einem Niveau stabilisiert, das so um die 115 bis 120 Kilogramm pro Einwohner an Restmüll beträgt. Beim Biomüll sind es zehn Kilogramm pro Einwohner. Der große Ansatz, den wir in den nächsten Jahren verfolgen wollen, ist den Anteil des Biomülls weiter zu erhöhen", erklärt der Eupener Schöffe für Abfallmanagement, Fabrice Paulus.
Gleichzeitig will die Stadt den Restmüll weiter reduzieren. "Das geht nicht von heute auf morgen, auch wenn wir uns das in unserer schnelllebigen Welt gerne hätten, dass es per Knopfdruck geht", so Paulus. "Wir müssen die Leute dazu motivieren, mitzumachen und den Biomüll anzunehmen. Durch Sensibilisierungsaktionen, wie wir sie bereits im Frühjahr gemacht haben, werden wir versuchen, weiter anzuknüpfen und die Menschen in Eupen dazu zu bringen, mehr den Biomüllsack zu benutzen. Der ist am Ende auch günstiger für alle. Organischer Müll kostet weniger als Restmüll."
Neben der Abfallbilanz ging es auf der Pressekonferenz auch um die künftige Organisation der Müllentsorgung. Dabei machte Schöffe Fabrice Paulus deutlich, dass die Einführung von Mülltonnen in Eupen weiterhin nicht geplant sei. Dafür gebe es mehrere Gründe.
Zum einen wolle die Stadt die Abfallversorgung weiterhin selbst steuern und direkten Einfluss auf die Zusammenarbeit mit dem Entsorger behalten. "Die zweite Sache ist, dass wir ganz klar zu einer Zusammenarbeit mit CAB Integra und der Bisa als Abholer stehen. Das ist ein lokales Unternehmen, das eine ganz wichtige soziale Dienstleistung erbringt. Nicht nur in der Müll- oder Grünabfallentsorgung, sondern auch alles weitere, das CAB Integra anbietet."
"Drittens ist es auch eine urbanistische Herausforderung. Wenn wir im Eupener Stadtzentrum 'Klosterstraße/Gospertstraße' auf einmal zwei Tonnen pro Haushalt unterbringen müssten, wäre das in den Häusern und auch um die Häuser sehr schwierig und würde kurzfristig zu enormen Problemen führen, um den Müll richtig zu entsorgen."
Auch wenn die Stadt bei den Müllsäcken bleibt, gibt es in anderen Bereichen des Abfallmanagements Änderungen. Zum Beispiel bei der Müllsteuer, die leicht ansteigt. Grund seien unter anderem gestiegene Transportkosten bei den Müllunternehmen, aber auch Intradel habe die allgemeinen Kosten der Müllentsorgung erhöht.
"Lagen wir pro Einwohner noch vor zwei Jahren bei einem Grundtarif von acht Euro, so sind wir mittlerweile bei zwölf Euro pro Einwohner, die wir für die Allgemeinkosten stemmen müssen. Wir können die Müllsteuer nicht erhöhen, da wir ja auch an die Wahrheitskosten gebunden sind, wo wir zwischen 95 und 110 Prozent der tatsächlichen Kosten über Müllsteuern reinholen müssen."
In diesem Jahr werden zudem letztmals die bisherigen Wertstoffhofkarten berücksichtigt. Für die Nutzung des Kompostplatzes der Bisa können sowohl die alte Wertstoffhofkarte als auch die neue lilafarbene Kompostplatzkarte verwendet werden.
Zusätzlicher Sauberkeitsmarathon im Juni
Der Sauberkeitsmarathon von BeWapp stößt in Eupen generell auf positive Resonanz. Weil die Aktion im Herbst aber oft weniger Menschen erreicht, organisiert die Stadt nun zusätzlich einen eigenen Sauberkeitsmarathon im Juni. Vom 15. bis 19. Juni werden ein Feststellungs- und ein Polizeibeamter sowie die Schöffen Caroline Völl und Fabrice Paulus in Eupen und Kettenis unterwegs sein.
Ziel ist es, die Bevölkerung für eine korrekte Müllentsorgung zu sensibilisieren. Wer seinen Müll beispielsweise zu früh an die Straße stellt, muss mit einer Strafe rechnen. "Zunächst wird dann ein Protokoll erstellt. Gegebenenfalls kann der Vollstreckungsbeamte dann noch ein Bußgeld auferlegen. Zusätzlich können dann auch noch die Müllentsorgungskosten, die wir dann ja auch haben, auferlegt werden", erklärt der Eupener Feststellungsbeamte Michael Kremer.
Je nach Verstoß können dabei mehrere Hundert Euro fällig werden. Auch Hundekot oder achtlos weggeworfene Zigarettenstummel stehen im Fokus des Sauberkeitsmarathons. Bei der Aktion gehe es aber nicht darum, möglichst viele Strafen zu verteilen, betont Caroline Völl. Vielmehr wolle man das Gespräch mit den Bürgern suchen. Im Rahmen der Aktion werden deshalb auch Hundekotbeutel verteilt. Ziel sei eine saubere Stadt - und langfristig weniger Verstöße.
Kampagne gegen Fast Fashion
Auch im Kampf gegen "Fast Fashion" will die Stadt Eupen sich stark machen und macht auf die Kampagne "Wie schwer wiegt dein Style?" von Intradel und Terre aufmerksam. "Es geht darum, Bewusstsein zu schaffen für einen nachhaltigen Modekonsum. Also darum, auf 'Slow Fashion' zu setzen anstatt auf 'Fast Fashion' oder 'Ultra-Fast Fashion' - also das Ein-Euro-T-Shirt, das auch noch angeflogen kommt, zu vermeiden, um Müllberge zu vermeiden, die vor allem dann auch in Afrika oder in Südamerika landen", erklärt Alexandra Hilgers, Umweltberaterin der Stadt Eupen.
Im Rahmen der Kampagne winkt ein Rabattprogramm auf Second-Hand-Einkäufe. Teilnehmer können dabei 15 Euro in lokalen Second-Hand-Geschäften sparen. Wer an Aktivitäten der Kampagne teilnimmt, kann den Rabatt auf bis zu 25 Euro erhöhen. Möglich ist es beispielsweise, an einer Führung über das Terre-Gelände in Herstal oder an einer Stil-Beratung in einem lokalen Second-Hand-Landen teilzunehmen.
Am 11. Oktober macht ein Präventionsbus der Kampagne in der Eupener Bergstraße Halt. Interessierte finden auf der Seite der Stadt Eupen eine Checkliste für die Aktion. Die Kampagne "Wie schwer wiegt dein Style?" läuft bis zum Ende des Jahres.
Fairtrade Aktion "Gewinne lokal, wirke global"
Seit 2014 ist die Stadt Eupen offiziell eine Fairtrade-Gemeinde. Um dem Titel gerecht zu bleiben, startet am kommenden Montag die Aktion "Gewinne lokal, wirke global." "Wir verlosen 50 Gutscheinheftchen in Zusammenarbeit mit zehn lokalen Fairtrade-Partnern vom Horeca-Betrieb bis zum Einzelhandel. Ich rege jeden an, da mitzumachen, denn man kann sich da auch mit dem Thema Fairtrade auseinandersetzen und schauen, wie nachhaltig man selbst im Konsum ist und den Einzelhandel in Eupen auch unterstützen", so Caroline Völl.
Alle Eupener können im Rahmen des Gewinnspiels an einem Quiz teilnehmen. Die Quizkarte gibt es bei den teilnehmen Partnern oder im Eupen Erleben Magazin. Wer gewinnt, kann die Gutscheine bis zum 17. Oktober bei den teilnehmenden Händlern einreichen. Auch weitere langfristige Partner für die Fairtrade-Gemeinde sind gerne gesehen.
"Man braucht lediglich zwei Fairtrade-Produkte im Sortiment", erklärt Caroline Völl. "Wenn man zum Beispiel ein Restaurant hat, nutzt man vielleicht einen fairen Kaffee oder eine Milch. Oder dass man im Textilbereich fairtrade gehandelte Kleidung anbietet. Auch wenn man etwas lokal anbaut, gilt das als Kriterium. Das ist alles. Da kann man sich vielleicht auch gezielt etwas aussuchen, das ins Sortiment aufnehmen und sich dann bei der Stadt Eupen melden, um ein aktiver Partner der Fairtrade-Gemeinde zu werden."
Lindsay Ahn