Lontzen hatte Abfalltonnen bereits vor rund 20 Jahren eingeführt, seit 2023 gilt das System auch für Bioabfälle. Statt Säcken stehen seither schwarze, grüne und gelbe Tonnen vor den Häusern. Die Abrechnung erfolgt nach Gewicht. Das Resultat: Das Restmüllaufkommen ist deutlich gesunken - von rund 130 Kilogramm pro Kopf auf etwa 71.
"Ich denke, dass viel besser getrennt wird", sagt Lontzens Finanzschöffe José Grommes. "Ich denke auch, dass das Ganze ökologischer behandelt wird. Es hat ja auch seine Vorteile. Die Mülltonne ist eine feste Tonne. Da hat man nicht mehr das Problem, dass eine Katze die Säcke kaputt macht, oder dass das Papier nass wird. Für unsere Gemeinde ist es in der Abrechnung nicht mehr so schwer. Es hat sehr viele Vorteile."
Die Umstellung brachte jedoch auch Herausforderungen mit sich. Vor allem in dicht bebauten Häuserreihen ist der Platz für mehrere Tonnen knapp. Die Gemeinde reagiert inzwischen bei Neubauten mit entsprechenden Vorgaben, erklärt Grommes. "Ich denke, dass wir da bisher sehr gute Lösungen gefunden haben."
"Aber Tatsache ist: Wenn man viele Reihenhäuser hat, ist das wirklich ein Problem. Das ist dann eines der Nachteile dieser Tonnen. Es ist der Platz, der vorhanden sein muss. Wenn man jetzt in Lontzen baut, schauen wir, dass bei jeder Baugenehmigung ein Platz vorgesehen ist, um solche Tonnen abzustellen."

Zudem werden die Tonnen nur noch alle zwei Wochen geleert. Das führte anfangs zu Diskussionen, auch wegen steigender Entsorgungskosten und vereinzelter Probleme etwa bei Streiks. "Wir haben sehr häufig mit Intradel diskutiert. Besonders, weil nur noch alle 14 Tage eingesammelt wird. Da müsste man eigentlich günstiger hinkommen."
"Aber es gibt da ja noch andere Elemente, die dafür gesorgt haben, dass die Müllentsorgung viel teurer geworden ist. Bisher hatten wir mit dieser Umstellung wenig Probleme - es sei denn, es sind Streiktage dazwischen. Dann hatten wir schon Probleme, dass links und rechts der Müll stehen bleibt. Dann wenden sich die Leute natürlich an die Gemeinde, obwohl das eine Sache von Intradel ist. Da handeln wir als Vermittler. Das ist dann schon ein Problem."
Kinderkrankheiten habe es gegeben, seien aber gelöst worden, so Grommes. Auch die Sprachproblematik ist nicht unwesentlich. Intradel kündigte an, zusätzliches deutschsprachiges Personal einzustellen und die eigene Webseite auf Deutsch anzubieten. Das sei auch wirklich angebracht, so Grommes.
Insgesamt zeigt sich aber: Das System "Zahlen pro Kilo" funktioniert - mit Vorteilen für Umwelt und Verwaltung, aber auch mit praktischen Herausforderungen im Alltag.
Manuel Zimmermann