Es ist ein besonderer Bau in der Eupener Textilstraße. Hier entsteht das neue Ausbildungszentrum der CAB Integra. Eine etwas andere Baustelle für die Firma Convents, denn es ist nicht der klassische reine Betonbau wie man ihn sonst kennt. Hier wird mit innovativen Materialien, energieeffizienten Konzepten und einer Architektur, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist, gearbeitet.
Am Sonntag kann sich jeder selbst ein Bild von der Baustelle in der Industriezone machen. Zum 19. Mal organisiert der belgische Bauverband Embuild den Tag der offenen Baustelle. 120 Baustellen in ganz Belgien kann man sich an dem Tag anschauen. Mit einem Fertighaus in Kelmis und der Integra-Baustelle in Eupen sind gleich zwei Gebäude in der DG dabei.
Rund 1.500 Meter Nutzfläche hat das neue Gebäude, verteilt auf drei Etagen - teilweise ist sogar schon alles fertiggestellt. Die Räumlichkeiten zeigen dabei eines ganz klar, findet Dirk Vandriessche von Embuild Verviers-Ostbelgien: Die Arbeiten auf der Baustelle haben sich weiterentwickelt und seien sehr vielseitig. "Man hat ja so die traditionellen Vorstellungen von dem, was ein Maurer macht, was ein Schreiner macht, aber das ist nicht mehr so ganz das, was es heute ist. Es entwickelt sich, die Digitalisierung spielt da eine Rolle. Nachhaltigkeitsaspekte spielen eine ganz große Rolle und das kann man hier auf solchen Baustellen, gerade auch hier in Eupen bei Convents sehr gut sehen."
Auch für Convents ist der Bau etwas besonderes. Anders als früher liegt der Fokus hier noch mehr auf den Vorbereitungen, erklärt Alexander Weling, Bau- und Projektleiter bei Convents. "Hier ist es so, dass das komplette Skelett des Gebäudes mit 3D-Modellen modelliert wird. Das Ganze wird natürlich abgeglichen, kontrolliert von unserer Seite, von der Projektautorseite, von den Statikern. Es gibt verschiedene Projektautoren, die müssen natürlich auch ihre Zusage geben."
Auf diese Art und Weise konnte in kürzester Zeit das Gebäude hochgezogen werden. Im März 2025 hat man mit den Arbeiten begonnen und Ende des Jahres könnte schon der Einzug in die Räumlichkeiten stattfinden.
Mit dem Tag der offenen Baustelle verfolgt der Bauverband natürlich ein klares Ziel: Man möchte junge Erwachsene dazu bewegen, dem Baufach eine Chance zu geben, denn auch in Krisenzeiten braucht es weiter dringend Nachwuchs. "Es ist so, dass wir momentan eine Generation haben, die so langsam in Pension geht und dass die nicht ersetzt wird oder nicht genügend ersetzt wird durch junge Leute, die nachkommen. Dadurch entsteht ein Fachkräftemangel, der gerade im Bausektor sehr stark ist und dem versuchen wir unter anderem mit solchen Initiativen auch wieder entgegenzutreten."
Das Besondere am Baufach sei dabei, dass es oft Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Das Fach steht nicht still und neue Bauweisen fordern neue spezialisierte Fachkräfte - auch bei Convents. "Ich habe auch eine Ausbildung gemacht zum Bauzeichner, habe danach ein Studium abgeschlossen zum Bauingenieur, arbeite jetzt für ein Bauunternehmen. Also es schadet nie, erstmal praktische Erfahrungen zu sammeln, ob es in einem Projektautorenbüro ist, in einem Studienbüro, Statikbüro, wie auch immer. Überall gibt es Erfahrungen zu machen. Das Gleiche gilt auch für Bauarbeiter, die auf der Baustelle arbeiten. Es gibt Beispiele, die sind auch vom Kranführer zum Baustellenleiter gewechselt."
Wer Interesse an einem Beruf in der Baubranche hat, kann am Sonntag einen Blick reinwerfen in Eupen oder Kelmis. Aber auch jeder, der sonst interessiert ist, sich die Baustelle von der CAB Integra anzuschauen, ist eingeladen, vorbeizukommen. Schon alleine um eine Idee davon zu bekommen, was heutzutage alles möglich ist, um mit nachhaltigen Materialien ein modernes Gebäude auf die Beine zu stellen. Ohne Anmeldung kann man am Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr auf die Baustelle in Eupen.
Die Infos zu allen Baustellen in Belgien, die am Sonntag ihre Türen öffnen, gibt es auf der Webseite journeechantiersouverts.be.
Robin Emonts








